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Photovoltaik in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt zählt deutschlandweit zu den Vorreitern im Bereich Erneuerbarer Energien. Eine zunehmend wichtigere Rolle spielt dabei die Solarenergie. Sie ist für das Erreichen der Klimaziele des Landes sowie für den Aufbau einer klimaneutralen Wirtschaft unerlässlich. Alles rund um Photovoltaik gibt es hier im FAQ.

Was ist Photovoltaik?

Photovoltaik (PV) ist eine Technologie zur direkten Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen. Diese bestehen aus einem Halbleitermaterial, das mittels Sonnenlicht Elektronen in Bewegung setzt und so Strom erzeugt. Der erzeugte Gleichstrom wird über einen Wechselrichter in netzüblichen Wechselstrom umgewandelt.

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Gibt es unterschiedliche technologische Lösungen?

Zum Einsatz kommen hauptsächlich mono- und polykristalline Solarzellen aus Silizium sowie in deutlich geringerem Umfang Dünnschichtzellen auf Basis anderer Halbleitermaterialien wie etwa Cadmium-Tellurid. Für PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen (Agri-PV) kommen verstärkt so genannte bifaziale Solarzellen zum Einsatz, die sowohl die direkte Sonneneinstrahlung auf der Vorderseite als auch indirektes Licht auf der Rückseite zur Stromerzeugung nutzen. Als Solarmodul werden mehrere in Reihe geschaltete und verkapselte Solarzellen bezeichnet. Eine PV-Anlage besteht zumeist aus mehreren Solarmodulen, die zusammen an einen Wechselrichter angeschlossen sind.

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Wie viele PV-Anlagen und wie viel PV-Leistung sind in Sachsen-Anhalt installiert?

Zum 31. Dezember 2021 waren in Sachsen-Anhalt knapp 42.000 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 3,4 Gigawatt installiert. Das entspricht in etwa der Leistung von sechs durchschnittlichen Kohlekraftwerksblöcken und bedeutet Platz 6 im Ranking der Bundesländer. Zu den knapp 42.000 PV-Anlagen zählen auch die aktuell mehr als 400 Solarparks im Land, die eine installierte Leistung von jeweils mehr als einem Megawatt haben (installierte Gesamtbruttoleistung: rund 1,6 Gigawatt).

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Wie viel Strom wird durch PV-Anlagen in Sachsen-Anhalt erzeugt?

Im Jahr 2020 betrug die Bruttostromerzeugung aus PV-Anlagen rund 2.800 Gigawattstunden. Die maximal mögliche Leistung kann nicht erreicht werden, weil nicht immer die hierfür notwendigen Wetterbedingungen herrschen. Gleichwohl spielt die Solarenergie mit einem Anteil von 11,3 Prozent an der gesamten Bruttostromerzeugung inzwischen eine wichtige Rolle im Energiemix des Landes. Zum Vergleich: Die Bruttostromerzeugung aus Erdgas und Braunkohle lag in Sachsen-Anhalt 2020 bei rund 3.920 bzw. 3.840 Gigawattstunden.

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Wie läuft der Ausbau der Photovoltaik in Sachsen-Anhalt?

Im Gegensatz zu Wind- oder Bioenergieanlagen gibt es bei PV-Anlagen verhältnismäßig kurze Realisierungszeiten. Dies liegt vor allem daran, dass Genehmigungsverfahren zumeist deutlich weniger aufwändig oder erst gar nicht notwendig sind. Wenngleich sich die Realisierungszeiten infolge der Corona- und Ukrainekrise zuletzt erhöht haben, gibt es in Sachsen-Anhalt derzeit einen erheblichen Zubau an PV-Anlagen auf Freiflächen. Ein Baustein dafür ist auch die im Februar 2022 geänderte Freiflächenanlagen-Verordnung des Umweltministeriums, durch welche PV-Anlagen auf Ackerflächen mit geringer Bodenqualität sowie in landwirtschaftlich nur schwer nutzbaren Höhen- und Hanglagen einen Zuschlag nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten können.

Mehr erfahren: Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Ackerland in benachteiligten Gebieten

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Wie soll der PV-Ausbau verstärkt werden?

Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Ausbauziele für PV-Anlagen sind – im Gegensatz zu Windenergieanlagen – in den vergangenen Jahren stets erreicht und überschritten worden. Dies gilt sowohl für Freiflächen- als auch für Dachanlagen. Mit Blick auf den voranschreitenden Klimawandel und die Energiekrise infolge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine wurden die Ausbauziele für die kommenden Jahre deutlich angehoben. Um diese Ziele zu erreichen, hat die Bundesregierung mit ihrem Oster- und Sommerpaket auch für den PV-Bereich umfangreiche Neuregelungen getroffen. Dazu gehören unter anderem die finanzielle Beteiligung von Kommunen, höhere Fördersummen und andere Anreize für Dachanlagen und Bonuszahlungen für besondere Lösungen wie Agri-PV oder PV auf dem Wasser.

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Fördert das Land Sachsen-Anhalt Batteriespeicher in Verbindung mit PV-Anlagen?

Aus dem Programm „Sachsen-Anhalt SPEICHERT“ wird die Anschaffung plus Errichtung eines Stromspeichers für Photovoltaik-Dachanlagen mit bis zu 7.500 Euro (bzw. bis zu 20.000 Euro für Mieterstrommodelle) bezuschusst. Voraussetzung dafür ist, dass gleichzeitig eine neue PV-Anlage in Betrieb genommen oder die Leistung einer bestehenden mindestens verdoppelt wird. Zunächst bis Ende 2023 stehen dafür 2,9 Millionen Euro zur Verfügung. Anträge können Anfang kommenden Jahres gestellt werden.

Antragstellung und Förderberatung erfolgen über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt.

Mehr erfahren: FAQ Batteriespeicher

Kann ich eine PV-Anlage auf ein denkmalgeschütztes Haus bauen?

Sachsen-Anhalt will die Installation von PV-Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden erleichtern. Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann hatte dies Anfang des Jahres angeregt. Einen entsprechenden Erlass hat inzwischen das hierfür zuständige Ministerium für Kultur an die Denkmalschutzbehörden versendet (Link zum Erlass der Staatskanzlei). Nach den neuen Leitlinien sollen Kulturdenkmale für Solaranlagen grundsätzlich geöffnet werden. Details zum Genehmigungsverfahren werden derzeit zwischen den beteiligten Ministerien und weiteren Partnern geklärt.

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Wie wirken sich Bewölkung oder starker Schneefall auf die Stromerzeugung von PV-Anlagen aus?

Eine optimale Stromproduktion durch Solarzellen ist in der Regel bei einer Außentemperatur von 25°C und direkter Sonneneinstrahlung gegeben. Wolken verhindern sowohl die Intensität der Sonnenstrahlung als auch die direkte Sonneneinwirkung. Je nach Bewölkungsgrad reduziert sich daher die Stromerzeugung im Vergleich zu einem wolkenlosen Himmel signifikant. Solarzellen funktionieren jedoch grundsätzlich auch ohne direkte Sonneneinstrahlung. Die wetterbedingte volatile Stromerzeugung durch Solarzellen mit jahres- und tageszeitlichen Schwankungen stellt allerdings eine Herausforderung bei der Netzintegration von PV-Strom dar. Speichertechnologien und ein kluger Energieträgermix sind daher wichtige Bausteine für eine erfolgreiche Systemintegration von PV-Anlagen.

Die Höhe der Ertragseinbußen durch Schneefall hängt von der jeweiligen Wetterlage ab. Wenn sich nach einem Schneefall eine stabile Hochdrucklage mit viel Sonnenschein einstellt und der Schnee lange auf den Solarmodulen verbleibt, kann es zu vergleichsweise hohen Ertragseinbußen kommen. Häufig bleiben Solarmodule aufgrund der schrägen Installation und der glatten Oberfläche aber schneefrei. Alternativ können Solarmodule automatisch oder manuell von Schnee beräumt werden. In der Regel fallen die Ertragseinbußen durch Schneefall daher eher gering aus, auch weil in den schneereichen Monaten die Stromerzeugung durch PV-Anlagen durchschnittlich 6-mal niedriger ist als in den Sommermonaten.

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Referat Energiewende, Energietechnologie, Energieeffizienz

Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

E-Mail: Energie32(at)mwu.sachsen-anhalt.de 

FAQ: Photovoltaik in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt zählt deutschlandweit zu den Vorreitern im Bereich Erneuerbarer Energien. Eine zunehmend wichtigere Rolle spielt dabei die Solarenergie. Sie ist für das Erreichen der Klimaziele des Landes sowie für den Aufbau einer klimaneutralen Wirtschaft unerlässlich. Alles rund um Photovoltaik gibt es hier im FAQ.

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