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Photovoltaik in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt zählt deutschlandweit zu den Vorreitern im Bereich erneuerbarer Energien. Eine zunehmend wichtigere Rolle spielt dabei die Solarenergie. Sie ist für das Erreichen der Klimaziele des Landes sowie für den Aufbau einer klimaneutralen Wirtschaft unerlässlich.

Was ist Photovoltaik?

Photovoltaik (PV) ist eine Technologie zur direkten Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen. Diese bestehen aus einem Halbleitermaterial, das mittels Sonnenlicht Elektronen in Bewegung setzt und so Strom erzeugt. Der erzeugte Gleichstrom wird über einen Wechselrichter in netzüblichen Wechselstrom umgewandelt.

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Gibt es unterschiedliche technologische Lösungen?

Zum Einsatz kommen hauptsächlich mono- und polykristalline Solarzellen aus Silizium sowie in deutlich geringerem Umfang Dünnschichtzellen auf Basis anderer Halbleitermaterialien wie etwa Cadmium-Tellurid. Für PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen (Agri-PV) kommen verstärkt so genannte bifaziale Solarzellen zum Einsatz, die sowohl die direkte Sonneneinstrahlung auf der Vorderseite als auch indirektes Licht auf der Rückseite zur Stromerzeugung nutzen. Als Solarmodul werden mehrere in Reihe geschaltete und verkapselte Solarzellen bezeichnet. Eine PV-Anlage besteht zumeist aus mehreren Solarmodulen, die zusammen an einen Wechselrichter angeschlossen sind.

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Wie viele PV-Anlagen und wie viel PV-Leistung sind in Sachsen-Anhalt installiert?

Insgesamt sind in Sachsen-Anhalt aktuell rund 130.909 PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt rund 5,99 Gigawatt in Betrieb (Stand: März 2026). Der Zubau von 1028,3 MW im Jahr 2025 war der bisher mit Abstand höchste. Zum Vergleich: 2024 betrug das Plus rund 592,2 MW und 2023 rund 460,2 MW.

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Wie viel Strom wird durch PV-Anlagen in Sachsen-Anhalt erzeugt?

Im Jahr 2023 betrug die Bruttostromerzeugung aus PV-Anlagen rund 3.244 Gigawattstunden. Die maximal mögliche Leistung kann nicht erreicht werden, weil nicht immer die hierfür notwendigen Wetterbedingungen herrschen. Gleichwohl spielt die Solarenergie mit einem Anteil von 13,0 Prozent an der gesamten Bruttostromerzeugung inzwischen eine wichtige Rolle im Energiemix des Landes. Zum Vergleich: Die Bruttostromerzeugung aus Erdgas und Braunkohle lag in Sachsen-Anhalt 2023 bei rund 3.280 bzw. 4.473 Gigawattstunden. 

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Wie läuft der Ausbau der Photovoltaik in Sachsen-Anhalt?

Der Ausbau der Solarenergie bleibt in Sachsen-Anhalt sehr dynamisch: 2025 wurden laut Marktstammdatenregister 23.640 Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen (Stand: März 2026); der Großteil davon Balkonkraftwerke (56,1%) sowie Dach- und Fassadenanlagen (43,4%). Hinzu kommen 88 neue Solarparks, die von der Anlagenanzahl zwar nur rund 0,5 Prozent des Zubaus im vergangenen Jahr ausmachen, aber mit 742,7 MW fast drei Viertel der 2025 neu installierten Leistung (72,2%).

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Wie soll der PV-Ausbau verstärkt werden?

Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Ausbauziele für PV-Anlagen sind – im Gegensatz zu Windenergieanlagen – in den vergangenen Jahren stets erreicht bzw. überschritten worden. Dies gilt sowohl für Freiflächen- als auch für Dachanlagen. Mit Blick auf den voranschreitenden Klimawandel und die Energiekrise infolge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine wurden die Ausbauziele für die kommenden Jahre deutlich angehoben. Um diese Ziele zu erreichen, hat die Bundesregierung in zahlreichen Gesetzesänderungen auch für den PV-Bereich umfangreiche Neuregelungen getroffen. Dazu gehören unter anderem die finanzielle Beteiligung von Kommunen, höhere Fördersummen und andere Anreize für Dachanlagen und Bonuszahlungen für besondere Lösungen wie Agri-PV oder Gewässer-PV.

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Werden PV-Anlagen und Batteriespeicher gefördert?

Aufgrund anhaltend hoher Energiepreise investieren Hauseigentümer verstärkt in Photovoltaik-Anlagen, Energiespeicher und Wärmepumpen, um Strom und Wärme kostengünstiger und damit auch klimafreundlicher zu beziehen. Die Bundesregierung hat auf diese Entwicklung reagiert und sich darauf verständigt, Investitionen in PV-Anlagen und Batteriespeicher über den Wegfall der Mehrwertsteuer zu begünstigen.

Wie wirken sich Bewölkung oder starker Schneefall auf die Stromerzeugung von PV-Anlagen aus?

Eine optimale Stromproduktion durch Solarzellen ist in der Regel bei einer Außentemperatur von 25°C und direkter Sonneneinstrahlung gegeben. Wolken verhindern sowohl die Intensität der Sonnenstrahlung als auch die direkte Sonneneinwirkung. Je nach Bewölkungsgrad reduziert sich daher die Stromerzeugung im Vergleich zu einem wolkenlosen Himmel signifikant. Solarzellen funktionieren jedoch grundsätzlich auch ohne direkte Sonneneinstrahlung. Die wetterbedingte volatile Stromerzeugung durch Solarzellen mit jahres- und tageszeitlichen Schwankungen stellt allerdings eine Herausforderung bei der Netzintegration von PV-Strom dar. Speichertechnologien und ein kluger Energieträgermix sind daher wichtige Bausteine für eine erfolgreiche Systemintegration von PV-Anlagen.

Die Höhe der Ertragseinbußen durch Schneefall hängt von der jeweiligen Wetterlage ab. Wenn sich nach einem Schneefall eine stabile Hochdrucklage mit viel Sonnenschein einstellt und der Schnee lange auf den Solarmodulen verbleibt, kann es zu vergleichsweise hohen Ertragseinbußen kommen. Häufig bleiben Solarmodule aufgrund der schrägen Installation und der glatten Oberfläche aber schneefrei. Alternativ können Solarmodule automatisch oder manuell von Schnee beräumt werden. In der Regel fallen die Ertragseinbußen durch Schneefall daher eher gering aus, auch weil in den schneereichen Monaten die Stromerzeugung durch PV-Anlagen durchschnittlich 6-mal niedriger ist als in den Sommermonaten.

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Referat Energiewende, Wasserstoffwirtschaft, Energiemärkte, Energieeffizienz, Wärmewende

Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1611
E-Mail: VzAL3(at)mwu.sachsen-anhalt.de 

Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz

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