Photovoltaik in Sachsen-Anhalt
Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet in Sachsen-Anhalt weiter fort. Aufgrund anhaltend hoher Wachstumsraten hat Photovoltaik die Windkraft mit Blick auf die installierte Leistung im Land als dominierende erneuerbare Stromerzeugungsart erstmals abgelöst. Die Zahl der PV-Anlagen stieg landesweit auf mehr als 140.000, die installierte Leistung auf 6,2 Gigawatt.
- Was ist Photovoltaik?
- Gibt es unterschiedliche technologische Lösungen?
- Wie viele PV-Anlagen und wie viel PV-Leistung sind in Sachsen-Anhalt installiert?
- Wie läuft der Ausbau der Photovoltaik in Sachsen-Anhalt?
- Wie wirken sich Bewölkung oder starker Schneefall auf die Stromerzeugung von PV-Anlagen aus?
Was ist Photovoltaik?
Photovoltaik (PV) ist eine Technologie zur direkten Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen. Diese bestehen aus einem Halbleitermaterial, das mittels Sonnenlicht Elektronen in Bewegung setzt und so Strom erzeugt. Der erzeugte Gleichstrom wird über einen Wechselrichter in netzüblichen Wechselstrom umgewandelt.
Gibt es unterschiedliche technologische Lösungen?
Zum Einsatz kommen hauptsächlich mono- und polykristalline Solarzellen aus Silizium sowie in deutlich geringerem Umfang Dünnschichtzellen auf Basis anderer Halbleitermaterialien wie etwa Cadmium-Tellurid. Für PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen (Agri-PV) kommen verstärkt so genannte bifaziale Solarzellen zum Einsatz, die sowohl die direkte Sonneneinstrahlung auf der Vorderseite als auch indirektes Licht auf der Rückseite zur Stromerzeugung nutzen. Als Solarmodul werden mehrere in Reihe geschaltete und verkapselte Solarzellen bezeichnet. Eine PV-Anlage besteht zumeist aus mehreren Solarmodulen, die zusammen an einen Wechselrichter angeschlossen sind.
Wie viele PV-Anlagen und wie viel PV-Leistung sind in Sachsen-Anhalt installiert?
Die Zahl der Solaranlagen stieg dagegen im ersten Halbjahr 2026 um rund 10.000 auf 140.225. Das Gros des Sonnenstroms wird dabei aber von Photovoltaik-Freiflächenanlagen erzeugt. Rund 56 Prozent des Sonnenstroms, 3,4 Gigawatt, kamen aus den landesweit 1.275 Freiflächenanlagen. 43 Prozent oder 2,7 Gigawatt kamen aus PV-Anlagen auf Hausdächern und Fassaden. Ihre zahl lag bei 99.083. Die rund 40.000 Balkonkraftwerke hatten mit 44 Megawatt nur einen kleinen Anteil von 0,7 Prozent an der Solarstromerzeugung.
Wie läuft der Ausbau der Photovoltaik in Sachsen-Anhalt?
Der Ausbau der Photovoltaik hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. So stieg die installierte Leistung von 3.755,3 MW im Jahr 2022 über 4.161,9 MW (2023) und 4.751,1 MW (2024) auf 5.801,9 MW im Jahr 2025 – ein Zuwachs von mehr als 2.000 MW innerhalb von nur drei Jahren. Allein im Jahr 2025 kamen rund 1.000 MW hinzu. Aktuell liegt die installierte Leistung bei 6.211,6 MW. Damit übertrifft die Photovoltaik die Windenergie inzwischen deutlich.
Wie wirken sich Bewölkung oder starker Schneefall auf die Stromerzeugung von PV-Anlagen aus?
Eine optimale Stromproduktion durch Solarzellen ist in der Regel bei einer Außentemperatur von 25°C und direkter Sonneneinstrahlung gegeben. Wolken verhindern sowohl die Intensität der Sonnenstrahlung als auch die direkte Sonneneinwirkung. Je nach Bewölkungsgrad reduziert sich daher die Stromerzeugung im Vergleich zu einem wolkenlosen Himmel signifikant. Solarzellen funktionieren jedoch grundsätzlich auch ohne direkte Sonneneinstrahlung. Die wetterbedingte volatile Stromerzeugung durch Solarzellen mit jahres- und tageszeitlichen Schwankungen stellt allerdings eine Herausforderung bei der Netzintegration von PV-Strom dar. Speichertechnologien und ein kluger Energieträgermix sind daher wichtige Bausteine für eine erfolgreiche Systemintegration von PV-Anlagen.
Die Höhe der Ertragseinbußen durch Schneefall hängt von der jeweiligen Wetterlage ab. Wenn sich nach einem Schneefall eine stabile Hochdrucklage mit viel Sonnenschein einstellt und der Schnee lange auf den Solarmodulen verbleibt, kann es zu vergleichsweise hohen Ertragseinbußen kommen. Häufig bleiben Solarmodule aufgrund der schrägen Installation und der glatten Oberfläche aber schneefrei. Alternativ können Solarmodule automatisch oder manuell von Schnee beräumt werden. In der Regel fallen die Ertragseinbußen durch Schneefall daher eher gering aus, auch weil in den schneereichen Monaten die Stromerzeugung durch PV-Anlagen durchschnittlich 6-mal niedriger ist als in den Sommermonaten.

