Bioenergie: Pflanzen als wichtige nachwachsende Energiequelle
Bioenergie ist ein wichtiger Bestandteil des Strommixes in Sachsen-Anhalt. Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen und weitere Informationen zu ihrer Rolle in der Energieversorgung.
- Was ist Bioenergie?
- Wie kann Bioenergie eingesetzt werden?
- Wie wichtig ist Bioenergie für die Energiewende?
- Wie viel Strom wird mit Biogasanlagen in Sachsen-Anhalt erzeugt?
- Kann der Erdgas-Bedarf in Sachsen-Anhalt vollständig durch die Nutzung von Biogas ersetzt werden?
- Wie gehen Landwirte mit der Konkurrenzsituation um?
- Wie kann die Nutzung von Bioenergie ausgeweitet werden, ohne die Konkurrenz um Agrarflächen weiter zu verschärfen?
Was ist Bioenergie?
Der Begriff „Bioenergie“ steht für die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen – dazu zählen neben schnellwachsenden Gehölzen auch Nutzpflanzen wie Mais, Weizen, Zuckerrübe, Raps und Sonnenblume. Als Rohstoffe zur Energiegewinnung können außerdem biogene Abfall- und Reststoffe aus Land- und Forstwirtschaft, privaten Haushalten und der Industrie genutzt werden.
Wie kann Bioenergie eingesetzt werden?
Die Vielfalt nachwachsender Rohstoffe und Umwandlungstechniken ermöglicht den Einsatz von Bioenergie in fester, flüssiger und gasförmiger Form in allen energierelevanten Sektoren. Scheitholz, Holzhackschnitzel und -pellets werden für das Beheizen von Häusern aktuell stark nachgefragt. Treibstoffe mit Bioanteilen wie etwa E10 kommen im Verkehr zum Einsatz. Darüber hinaus wird Bioenergie gasförmig in Form von Biomethan zur Erzeugung von Strom, Heizwärme in Haushalten und Prozesswärme in der Industrie eingesetzt.
Wie wichtig ist Bioenergie für die Energiewende?
Biomasse ist aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ein wichtiger Baustein der Energiewende, der unabhängig von der der Tages- und Jahreszeit zur Verfügung steht – also auch dann, wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint. So können etwa Blockheizkraftwerke, die mit Biomasse betrieben werden, rund um die Uhr klimafreundlich Strom und Wärme produzieren. Die hergestellte Wärme kann entweder direkt am Erzeugungsort verwendet oder in Wärmenetze eingespeist werden. Darüber hinaus kann aufbereitetes Biogas in Form von Biomethan in Gasnetze eingespeist und wie fossiles Erdgas verwendet werden.
Wie viel Strom wird mit Biogasanlagen in Sachsen-Anhalt erzeugt?
Biogasanlagen in Sachsen-Anhalt verfügen aktuell über eine installierte Leistung von 497,5 MW. Die Kapazität der Biomasseanlagen ist in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben, zuletzt jedoch leicht zurückgegangen. Nach einem Höchststand von 521,0 MW im Jahr 2023 sank sie auf 509,1 MW im Jahr 2025. Auch der Anlagenbestand ist zuletzt leicht rückläufig. Ein Grund dafür ist, dass die 20-jährige Förderung vieler Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausläuft. In welchem Umfang neue Kapazitäten über das EEG ausgeschrieben werden, ist derzeit offen.
Kann der Erdgas-Bedarf in Sachsen-Anhalt vollständig durch die Nutzung von Biogas ersetzt werden?
Nein. Biogas stellt eine sinnvolle Ergänzung dar, eine vollständige Substitution wird jedoch nicht möglich sein. Sachsen-Anhalt setzt deshalb auf den Ausbau weiterer erneuerbarer Energien wie Windkraft und Solarenergie sowie auf den Aufbau einer klimaneutralen Wasserstoffwirtschaft. Der so genannte Grüne Wasserstoff soll vor allem in energieintensiven Industrien zum Einsatz kommen.
Wie gehen Landwirte mit der Konkurrenzsituation um?
Die Entscheidung über die Verwendung des Ernteguts wird bereits bei der Anbauplanung durch die Landwirte berücksichtigt. Dabei wird die gesamte oberirdische Biomasse der Pflanzen geerntet. So genannter Silomais wird mit dem Ziel angebaut, ihn als Futtermittel oder als Energiemais in Biogasanlagen zu verwenden, und ist entsprechend züchterisch optimiert. Davon sind Sorten zu unterscheiden, die ausschließlich zur Verwendung als Nahrungsmittel angebaut werden. Beim Anbau von Getreide ausschließlich zur Biogaserzeugung handelt es sich ebenfalls um züchterisch optimierte Sorten.
Ursprünglich als Nahrungsmittel vorgesehener Mais bzw. Getreide wird in der Regel nur dann als Gärsubstrat in Biogasanlagen eingesetzt, soweit die Qualität zur Verwendung als Nahrungsmittel nicht (mehr) ausreicht.
Wie kann die Nutzung von Bioenergie ausgeweitet werden, ohne die Konkurrenz um Agrarflächen weiter zu verschärfen?
Bioenergie spart fossile Brennstoffe ein und ist daher eine wichtige Säule der Energiewende. Es gilt dabei, den Anlagenbestand unter Verbesserung umwelt- und energierelevanter Aspekte zu erhalten und ihn schrittweise von der Nutzung von Nahrungs- und Futtermittelpflanzen auf die Nutzung von Rest- und Abfallstoffen umzustellen.
Die Zukunft der Verwertung von Holzbiomasse liegt in der so genannten Kaskadennutzung. Dabei wird derselbe Rohstoff zunächst stofflich und später energetisch genutzt.
Die künftigen Aufgaben der Bioenergie in einem klimaneutralen Energiesystem sind einerseits die Substitution von Erdgas und fossilen Kraftstoffen mittels Biomethan und Biokraftstoffen sowie andererseits die flexible Bereitstellung von Strom für den Ausgleich der schwankenden Erzeugung aus Wind und Sonne. Die anfallende Wärme kann darüber hinaus in Nahwärmenetzen bzw. dezentralen Versorgungsstrukturen eingesetzt werden.
Zukünftig können Biogasanlagen auch eine wichtige Rolle bei der Herstellung klimaneutraler Produkte bzw. Energieträger spielen, da das im Prozess anfallende Kohlendioxid abgeschieden und als Kohlenstoffquelle für Syntheseprozesse eingesetzt werden kann.

