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Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um för­dert For­schungs­pro­jekt „Tele-​Kasper 2.0“ der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Halle

Re­du­zie­rung des An­ti­bio­ti­ka­ein­sat­zes bei Kin­dern

Der über­mä­ßi­ge Ein­satz von An­ti­bio­ti­ka, ins­be­son­de­re in der Kin­der­me­di­zin stellt welt­weit ein erns­tes Pro­blem dar. Oft wer­den An­ti­bio­ti­ka bei Kin­dern falsch do­siert, häu­fig un­nö­tig oder falsch ein­ge­setzt. Diese Pra­xis hat er­heb­li­che Fol­gen, denn der zu groß­zü­gi­ge und un­ge­ziel­te Ein­satz von An­ti­bio­ti­ka be­güns­tig die Se­lek­ti­on und Ver­brei­tung von an­ti­bio­ti­ka­re­sis­ten­ten Bak­te­ri­en. Im Rah­men des vier­jäh­ri­gen Pro­jekts „Tele-​Kasper“ wurde deutsch­land­weit ein te­le­me­di­zi­ni­sches in­fek­tio­lo­gi­sches Netz­werk auf­ge­baut, des­sen Ziel es war, den Ein­satz von An­ti­bio­ti­ka bei Kin­dern mit Hilfe einer dafür ei­gens ent­wi­ckel­ten App um min­des­tens 20 Pro­zent zu re­du­zie­ren. Wenn­gleich die end­gül­ti­gen Er­geb­nis­se der­zeit noch nicht final vor­lie­gen, zeig­te sich doch schnell eine hohe Ak­zep­tanz des Sys­tems bei den teil­neh­men­den Kli­ni­ken. Ak­ti­ve Nut­zer:innen grei­fen durch­schnitt­lich zehn Mal pro Tag auf das Sys­tem zu, wo­durch  die „Tele-​Kasper“-App vie­ler­orts mitt­ler­wei­le Be­stand­teil der täg­li­chen Ar­beit ge­wor­den ist.

Das Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um Sachsen-​Anhalt för­dert das Pro­jekt nun für wei­te­re zwei Jahre. Dafür haben die De­ka­nin der Me­di­zi­ni­schen Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Halle, Prof. Heike Kiel­stein, und der Ärzt­li­che Di­rek­tor des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Halle (Saale), Prof. Dr. Tho­mas Moes­ta, am Frei­tag (06.09.24) von Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Prof. Dr. Armin Wil­ling­mann einen För­der­mit­tel­be­scheid für „Tele-​Kasper 2.0“ in Höhe von knapp 500.000 Euro er­hal­ten. Im Fokus des bis 2026 lau­fen­den An­schluss­pro­jekts ste­hen die be­son­de­ren Her­aus­for­de­run­gen bei der Nut­zung te­le­me­di­zi­ni­scher An­ge­bo­te. So sol­len Fak­to­ren iden­ti­fi­ziert wer­den, wel­che die Ak­zep­tanz und Nut­zung von te­le­me­di­zi­ni­schen An­ge­bo­ten be­ein­flus­sen, sowie Stra­te­gien ent­wi­ckelt wer­den, um diese Bar­rie­ren ab­zu­bau­en.

Stim­men zum Pro­jekt „Tele-​Kasper 2.0“

Mi­nis­ter für Wis­sen­schaft, En­er­gie, Kli­ma­schutz und Um­welt des Lan­des Sachsen-​Anhalt, Prof. Dr. Armin Wil­ling­mann: „Die­ses For­schungs­pro­jekt hat das Po­ten­zi­al, neue Maß­stä­be in der te­le­me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung in Sachsen-​Anhalt und auch dar­über hin­aus zu set­zen. Wenn es ge­lingt, die Nut­zung sol­cher di­gi­ta­len Lö­sun­gen in Kli­ni­ken und Pra­xen zu eta­blie­ren, lässt sich die Qua­li­tät in der Kin­der­me­di­zin in ganz Deutsch­land si­gni­fi­kant ver­bes­sern.“

Prof. Heike Kiel­stein, De­ka­nin der Me­di­zi­ni­schen Fa­kul­tät der Martin-​Luther-Universität: „Durch die ge­ziel­te Un­ter­su­chung der Ver­schrei­bungs­pra­xis leis­ten wir einen wich­ti­gen und drin­gend be­nö­tig­ten Bei­trag zur Be­kämp­fung von An­ti­bio­ti­ka­re­sis­ten­zen. Die For­schungs­er­geb­nis­se wer­den weit über die Kin­der­me­di­zin hin­aus von Be­deu­tung sein. Die Un­ter­stüt­zung des Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­ums gibt uns die Mög­lich­keit, diese In­no­va­ti­on wei­ter vor­an­zu­trei­ben.“

Prof. Dr. Tho­mas Moes­ta, Ärzt­li­cher Di­rek­tor des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Halle (Saale): „Die App ‚Tele-​Kasper‘ stellt eine her­aus­ra­gen­de In­no­va­ti­on in der te­le­me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung dar, da diese ge­ra­de un­se­ren Jüngs­ten zu­gu­te­kommt, wel­che ins­be­son­de­re auch im Be­reich der An­ti­bio­ti­ka­ver­ga­be eher be­nach­tei­ligt sind. Ich freue mich in dem Zu­sam­men­hang ganz be­son­ders, dass eines der kleins­ten Bun­des­län­der vor allen an­de­ren bei­spiel­haft vor­an­geht und zeigt, wie wich­tig die wis­sen­schaft­li­che För­de­rung in der Kin­der­me­di­zin ist. Mein ganz aus­drück­li­cher Dank gilt daher dem per­sön­li­chen En­ga­ge­ment des Wis­sen­schafts­mi­nis­ters, Herrn Prof. Mi­nis­ter Wil­ling­mann.“

Dr. Ste­fan Mo­ritz, Pro­jekt­lei­ter Tele-​Kasper 2.0 an der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Halle: „Unser Ziel ist es, die Her­aus­for­de­run­gen bei der Nut­zung te­le­me­di­zi­ni­scher An­ge­bo­te von Kin­der­ärzt:innen und um­lie­gen­der nicht uni­ver­si­tä­rer Kran­ken­häu­ser zu ver­ste­hen und ge­zielt an­zu­ge­hen. Durch die Ver­bes­se­rung der Nut­zungs­mög­lich­kei­ten und die ge­ziel­te Be­ra­tung wol­len wir die Ver­schrei­bungs­pra­xis von An­ti­bio­ti­ka wirk­lich flä­chen­de­ckend op­ti­mie­ren.“

Hin­ter­grund Pro­jekt Tele-​Kasper
Das Pro­jekt ‚Tele-​Kasper‘ steht für „Te­le­me­di­zi­ni­sches Kom­pe­tenz­netz­werk An­ti­bio­tic Ste­wardship in Pe­d­ia­trics“. Es wurde von Me­di­zi­ner:innen in Deutsch­land ins Leben ge­ru­fen und ver­folgt das Ziel, die Ver­schrei­bungs­pra­xis von An­ti­bio­ti­ka in der Kin­der­me­di­zin nach­hal­tig zu op­ti­mie­ren. Das Herz­stück des Pro­jekts ist eine ei­gens ent­wi­ckel­te App, die als zen­tra­les Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel und Nach­schla­ge­werk dient. Sie er­mög­licht die te­le­me­di­zi­ni­sche Kon­takt­auf­nah­me mit einem in­fek­ti­ons­me­di­zi­ni­schen Zen­trum, bie­tet Zu­griff auf einen um­fang­rei­chen Antiinfektiva-​Leitfaden und eine Strea­ming Platt­form für Fort­bil­dungs­an­ge­bo­te. Zudem bie­tet die App die Mög­lich­keit, An­fra­gen zu stel­len, di­rekt Pa­ti­ent:in­nen­fäl­le zu be­spre­chen und an wö­chent­li­chen Fall­kon­fe­ren­zen teil­zu­neh­men.

Be­tei­ligt sind unter an­de­rem das Kli­ni­kum der Ludwig-​Maximilians-Universität Mün­chen, das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Halle (Saale), das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Essen und das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Hom­burg (Saar­land) sowie re­gio­na­le Kran­ken­häu­ser und die AOK Bay­ern. Das Pro­jekt wurde für vier Jahre durch den Ge­mein­sa­men Bun­des­aus­schuss (G-BA) mit rund 7,7 Mil­lio­nen Euro ge­för­dert. Die vier be­tei­lig­ten Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka fun­gie­ren als zen­tra­le „Hubs“, die ins­ge­samt 35 Kli­ni­ken aus ihren je­wei­li­gen Re­gio­nen über drei Jahre hin­weg be­ra­ten und un­ter­stüt­zen.  Web­sei­te: https://www.tele-​kasper.de

Kon­takt

Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft,
En­er­gie, Kli­ma­schutz und Um­welt

des Lan­des Sachsen-​Anhalt
Leip­zi­ger Stra­ße 58
39112 Mag­de­burg

Te­le­fon: +49 391 567- 1950
E-​Mail: pr(at)mwu.sachsen-​anhalt.de

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