Menu
menu

Um­welt­mi­nis­ter Wil­ling­mann stellt neues Was­ser­ge­setz im Land­tag vor

Stär­ke­rer Was­ser­rück­halt in der Flä­che

Der Kli­ma­wan­del macht sich in Sachsen-​Anhalt mit län­ge­ren Hitze-​ und Dür­re­pe­ri­oden sowie häu­fi­ger auf­tre­ten­den Starkregen-​ und Hoch­was­ser­er­eig­nis­sen zu­neh­mend be­merk­bar. Am heu­ti­gen Diens­tag will Um­welt­mi­nis­ter Prof. Dr. Armin Wil­ling­mann des­halb im Land­tag den vom Ka­bi­nett Ende No­vem­ber ver­ab­schie­de­ten Ge­setz­ent­wurf zur Ver­bes­se­rung des Was­ser­ma­nage­ments vor­stel­len. Die­ser sieht ins­be­son­de­re einen Pa­ra­dig­men­wech­sel vom Was­ser­ab­fluss zum ver­stärk­ten Was­ser­rück­halt in klei­ne­ren Ge­wäs­sern vor.

„Sachsen-​Anhalt braucht ein Was­ser­ma­nage­ment, das der Rea­li­tät des Kli­ma­wan­dels stand­hält. Wir müs­sen damit rech­nen, dass ex­tre­me Wet­ter­la­gen künf­tig häu­fi­ger auf­tre­ten, und uns recht­zei­tig dar­auf vor­be­rei­ten. Des­halb hoffe ich, dass der Land­tag den Ge­setz­ent­wurf zügig be­ra­ten und ver­ab­schie­den wird“, be­ton­te Wil­ling­mann vorab. „Die Un­ter­hal­tungs­ver­bän­de im Land ste­hen in den Start­lö­chern und war­ten dar­auf, dass aus Mag­de­burg grü­nes Licht kommt. Die nächs­te Dür­re­pha­se und der nächs­te Stark­re­gen wird frü­her oder spä­ter Sachsen-​Anhalt tref­fen, daher dür­fen wir keine Zeit ver­lie­ren.“

Um die Was­ser­rück­hal­tung in der Flä­che zu stär­ken, sol­len Stau­an­la­gen an Ge­wäs­sern zwei­ter Ord­nung sa­niert oder neu ge­baut wer­den. An Vor­rang­ge­wäs­sern wie Elbe und Saale soll die öko­lo­gi­sche Durch­gän­gig­keit und damit auch der Ab­fluss gro­ßer Was­ser­mas­sen ge­währ­leis­tet blei­ben. Für die not­wen­di­gen In­ves­ti­tio­nen sind lan­des­weit 28 Un­ter­hal­tungs­ver­bän­de zu­stän­dig.

„Wir las­sen die Un­ter­hal­tungs­ver­bän­de bei der Um­set­zung des mo­der­nen Was­ser­ma­nage­ments nicht al­lein“, be­ton­te Wil­ling­mann wei­ter. Be­reits im lau­fen­den Jahr hat das Um­welt­mi­nis­te­ri­um För­der­mit­tel für die Ver­bän­de be­reit­ge­stellt: 19 An­trä­ge wur­den be­wil­ligt, 1,9 Mil­lio­nen Euro aus­ge­reicht. Auf lange Sicht geht das Um­welt­mi­nis­te­ri­um von einem ein­ma­li­gen In­ves­ti­ti­ons­be­darf von ins­ge­samt 68,8 Mil­lio­nen Euro aus; zudem wird der jähr­li­che Un­ter­hal­tungs­auf­wand um 4 Mil­lio­nen Euro auf 30,3 Mil­lio­nen Euro stei­gen. „Es steht außer Frage, dass die not­wen­di­gen In­ves­ti­tio­nen nur schritt­wei­se über einen län­ge­ren Zeit­raum er­fol­gen kön­nen“, er­klär­te Wil­ling­mann wei­ter. „Gleich­wohl wird das Land auch in den kom­men­den Jah­ren ge­fragt sein, die Un­ter­hal­tungs­ver­bän­de fi­nan­zi­ell zu un­ter­stüt­zen.“

We­sent­li­che Ele­men­te des Was­ser­ge­set­zes (WG LSA) im Über­blick

  • Er­wei­te­rung der Ge­wäs­ser­un­ter­hal­tungs­ver­pflich­tun­gen: Künf­tig sol­len nicht nur der ord­nungs­ge­mä­ße Was­ser­ab­fluss, son­dern auch Maß­nah­men zur Was­ser­rück­hal­tung ver­pflich­tend wer­den. Hier­zu zäh­len etwa die Re­ak­ti­vie­rung von Stau­an­la­gen, der Ein­bau von Kies und Tot­holz oder die Ein­rich­tung von Ero­si­ons­schutz­strei­fen.
  • Neu­re­ge­lung zur Durch­gän­gig­keit von Ge­wäs­sern: Die neu ein­ge­führ­te Re­ge­lung des § 36a WG LSA schafft ein Gleich­ge­wicht zwi­schen Was­ser­rück­hal­tung und der öko­lo­gi­schen Durch­gän­gig­keit von Ge­wäs­sern. Vor­rang­ge­wäs­ser, die eine wich­ti­ge öko­lo­gi­sche Funk­ti­on er­fül­len, blei­ben durch­gän­gig.
  • Ein­rich­tung von Ge­wäs­ser­rand­strei­fen im In­nen­be­reich: Ein fünf Meter brei­ter Ge­wäs­ser­rand­strei­fen im In­nen­be­reich soll den Hoch­was­ser­schutz und die Ge­wäs­ser­un­ter­hal­tung er­leich­tern. Ge­mein­den kön­nen von die­sem Grund­satz ab­wei­chen, um lo­ka­le Ge­ge­ben­hei­ten zu be­rück­sich­ti­gen.
  • Öf­fent­li­che Was­ser­ver­sor­gung er­hält kla­ren Vor­rang: Die öf­fent­li­che Was­ser­ver­sor­gung dient grund­le­gen­den Be­dürf­nis­sen der Be­völ­ke­rung und si­chert zu­sam­men mit der ge­ord­ne­ten Ab­was­ser­be­sei­ti­gung die Ge­sund­heit der Be­völ­ke­rung. Sie ge­nießt daher künf­tig den grund­sätz­li­chen Vor­rang vor an­de­ren Nut­zun­gen wie bei­spiels­wei­se der Nut­zung zu Wirt­schafts­zwe­cken.

Kon­takt

Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft,
En­er­gie, Kli­ma­schutz und Um­welt

des Lan­des Sachsen-​Anhalt
Leip­zi­ger Stra­ße 58
39112 Mag­de­burg

Te­le­fon: +49 391 567- 1950
E-​Mail: pr(at)mwu.sachsen-​anhalt.de

So­cial Media