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Wünsch besucht Forschungsprojekt zur Stabilisierung von Auenwald

Umweltministerium fördert Projekt des UFZ mit rund 645.000 Euro

Sinkende Grundwasserstände infolge des Klimawandels stellen viele wertvolle Naturräume vor große Herausforderungen. Besonders betroffen sind Auenlandschaften, die auf ausreichend Wasser angewiesen sind. Um den ökologisch bedeutsamen Hartholz-Auenwald im Naturschutzgebiet Kreuzhorst in Magdeburg langfristig zu erhalten, wird wissenschaftlich untersucht, wie sich der Grundwasserspiegel stabilisieren lässt. Am heutigen Mittwoch hat sich Staatssekretär Thomas Wünsch über das Projekt am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) informiert. Das Umweltministerium unterstützt die Forschung mit rund 645.000 Euro.

„Der Erhalt unserer Auenlandschaften ist eine zentrale Aufgabe des Naturschutzes“, betonte Wünsch. „Sie sind wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und übernehmen wichtige Funktionen für den Wasserhaushalt und das lokale Klima. Mit dem Projekt schaffen wir die wissenschaftlichen Grundlagen, um den Wasserhaushalt im Naturschutzgebiet Kreuzhorst langfristig zu stabilisieren und diesen einzigartigen Naturraum für kommende Generationen zu bewahren.“

Das Vorhaben läuft bis Mitte 2029 und soll konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung des Grundwasserspiegels vorbereiten. Dazu werden zunächst umfangreiche Daten zu Oberflächen- und Grundwasser sowie zu den hydrologischen Verhältnissen im Gebiet erhoben und ausgewertet. Geplant sind zudem Untersuchungen zu unterschiedlichen wasserwirtschaftlichen Maßnahmen. Hierzu zählen unter anderem Veränderungen der Stauhöhen am Siel Pechau, die mögliche Zuleitung von Wasser aus dem Umflutkanal oder der Elbe sowie die Umnutzung bestehender Entwässerungsgräben. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse sollen verschiedene Varianten modelliert und bewertet sowie ein Steuerungsregime für die Wasserstände entwickelt werden. Zudem werden die Unterlagen für ein späteres Genehmigungsverfahren vorbereitet.

Das FFH-Gebiet Kreuzhorst liegt im Osten der Landeshauptstadt Magdeburg und zählt zu den bedeutendsten naturnahen Auenwaldgebieten Sachsen-Anhalts. Der Hartholz-Auenwald beherbergt zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensraumtypen von europäischer Bedeutung. Die Sicherung eines naturnahen Wasserhaushalts ist eine wesentliche Voraussetzung für den langfristigen Erhalt dieses wertvollen Ökosystems. „Naturschutz braucht belastbare wissenschaftliche Grundlagen. Das UFZ verfügt über herausragende Expertise in der Umweltforschung und leistet mit diesem Projekt einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt in Sachsen-Anhalt“, erklärte Wünsch.

Die Förderung erfolgt im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 bis 2027 aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Rund 516.000 Euro stammen aus EU-Mitteln, weitere rund 129.000 Euro werden vom Umweltministerium Sachsen-Anhalt bereitgestellt. Das Projekt ist Teil des Förderprogramms „Biodiversität, Schutzgebietssystem Natura 2000“. Für das Programm stehen in der laufenden Förderperiode insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung, davon 16 Millionen Euro aus EU-Mitteln und vier Millionen Euro aus Landesmitteln. Die Nachfrage ist hoch: Bereits nach zwei Auswahlrunden im Jahr 2025 konnten 43 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von rund 19,8 Millionen Euro bewilligt werden.

Kontakt

Ministerium für Wissenschaft,
Energie, Klimaschutz und Umwelt

des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr(at)mwu.sachsen-anhalt.de

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