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Willingmann zeichnet Wernigeröder „Sonnenhaus“ mit AURA-Award aus

Nachhaltigkeitspreis für klimafreundlichen Wohnungsbau

Mit dem Wernigeröder „Sonnenhaus“ zeigt die kommunale Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH (GWW), wie sich klimafreundlicher Wohnungsbau, bezahlbares Wohnen und eine innovative Energieversorgung miteinander verbinden lassen. Auf seiner Sommertour unter dem Motto „Energie & Innovation“ hat Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann das kommunale Unternehmen am heutigen Montag mit dem AURA-Award des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Das „Sonnenhaus“ entstand zwischen 2022 und 2025 im Wernigeröder Pappelweg auf dem Grundstück eines ehemaligen Mehrfamilienhauses aus den 1940er- und 1950er-Jahren. Der Altbau mit Kohleheizung wurde durch einen energieeffizienten Neubau mit 15 Wohnungen ersetzt. Das Projekt verbindet eine moderne Architektur mit einem konsequent auf erneuerbare Energien ausgerichteten Versorgungskonzept und einem Wohnangebot für unterschiedliche Generationen.

Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann betonte: „Nachhaltigkeit entsteht dort, wo gute Ideen in die Praxis umgesetzt werden. Genau solche Projekte zeichnet der AURA-Award aus. Das Wernigeröder ‚Sonnenhaus‘ zeigt beispielhaft auf, wie Treibhausgas-Emissionen reduziert werden können. Mit Blick auf die gesteckten Klimaziele haben wir gerade im Gebäudesektor noch eine ordentliche Wegstrecke zurückzulegen. Umso wichtiger ist es, erfolgreiche Projekte wie hier in Wernigerode bekannt zu machen. Sie verleihen Schub für die Energie- und Wärmewende, weil sie aufzeigen, welche neuen Wege bei Energieversorgung und Ressourcennutzung möglich sind. Sie bringen den Klimaschutz voran und machen die Chancen innovativer Technologien im Alltag sichtbar.“

GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann sagte: „Der AURA-Award würdigt unseren Ansatz, nachhaltigen und zukunftsfähigen Wohnraum zu schaffen. Mit dem ‚Sonnenhaus' zeigen wir, dass kommunaler Wohnungsbau wirtschaftlich, klimafreundlich und zugleich innovativ sein kann. Architektur, Energieversorgung und Wohnkonzept greifen ineinander. Besonders wichtig ist uns, dass die Menschen unmittelbar von den Vorteilen profitieren – durch dauerhaft niedrigere Energiekosten und lokal erzeugten Solarstrom. Viele Elemente unseres Konzepts lassen sich auf weitere Wohnungsbauprojekte übertragen.“

Herzstück des Gebäudes ist die Energieversorgung: Die markante Dachform wurde gezielt so ausgerichtet, dass eine möglichst hohe Sonneneinstrahlung gewährleistet ist. Photovoltaik und Solarthermie nutzen die Sonnenenergie sowohl für die Strom- als auch für die Wärmeerzeugung. Von April bis Oktober kann das Gebäude vollständig solar beheizt werden. In den Wintermonaten übernimmt eine CO₂-neutrale Holzpellet-Heizung die Wärmeversorgung. Das System wird durch fünf große Pufferspeicher ergänzt, die überschüssige Wärme über einen längeren Zeitraum speichern. Zudem verfügt das Gebäude über eine hochwärmedämmende Hülle mit Dreifachverglasung. Laut Berechnungen der GWW lassen sich dadurch jährlich rund 36 Tonnen CO₂ einsparen.

Das Mieterstromkonzept des „Sonnenhauses“ ist bundesweit besonders. Auf dem Dach befinden sich 16 Photovoltaikanlagen mit jeweils drei Kilowatt Peak Leistung: eine Anlage für jede der 15 Wohnungen sowie eine weitere für den Allgemeinstrom des Gebäudes. Der erzeugte Solarstrom wird direkt vor Ort genutzt und den Mieterinnen und Mietern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Jede Wohnung verfügt über einen eigenen Wechselrichter, sodass der selbst erzeugte Strom unmittelbar verbraucht werden kann. Überschüssige Energie wird gesammelt und ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Mit diesem Konzept sollen die Nebenkosten für Energie dauerhaft deutlich sinken. Laut GWW können sie – abhängig vom individuellen Verbrauchsverhalten – im Energiebereich langfristig um 50 bis 60 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig soll das Projekt ein stärkeres Bewusstsein für einen ressourcenschonenden Umgang mit Energie schaffen.

Energieminister noch bis Freitag auf Sommertour

Nachhaltiges Unternehmertum zählt in diesem Jahr zu den zentralen Themen der Sommertour von Energieminister Willingmann. Noch bis Freitag wird der Minister auf seiner fünftägigen Tour unter dem Motto „Energie & Innovation“ zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen besuchen, wird Förderbescheide überreichen und sich über erfolgreich realisierte Vorhaben informieren. Neben nachhaltigem Unternehmertum steht auf der Tour auch die Energie- und Wärmewende sowie die gezielte Förderung von Innovationen und die Stärkung der erstklassigen Wissenschaftslandschaft in Sachsen-Anhalt im Fokus.

Kontakt

Ministerium für Wissenschaft,
Energie, Klimaschutz und Umwelt

des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr(at)mwu.sachsen-anhalt.de

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