Wer „Algen“ hört, denkt vermutlich zunächst an gebremstes Badevergnügen. Kein Wunder: Breiten sich die schnell wachsenden Pflanzen aufgrund steigender Temperaturen in Meeren und Seen doch immer stärker aus und sind vermehrt auch an Stränden zu finden. Denkt Kirstin Knufmann an Algen, sieht sie jedoch vor allem wirtschaftliche Chancen. Mit ihrer 2010 in Klötze (Altmarkkreis Salzwedel) gegründeten Knufmann GmbH und deren Marke „PureRaw“ setzt sie erfolgreich auf Algen als klimafreundliche und nachhaltige Alternative für Ernährung oder Kosmetika. Dafür wurde sie heute von Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann mit dem „AURA-Award 2026“ ausgezeichnet – inklusive Urkunde, Trophäe und hochwertigem Imagefilm.
Angefangen hat für Kirstin Knufmann alles mit nachhaltigen Lebensmitteln aus Algen, die wichtige Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe liefern. Ein Beispiel dafür ist der pflanzliche Ei-Ersatz BOBEI® auf Basis der Mikroalge Chlorella, für den das Unternehmen 2018 den „Hugo Junkers Preis“ erhielt. Das Sortiment von „PureRaw“ umfasst daneben weitere rund 200 Produkte, darunter Mikro- und Makroalgen, natürliche Omega-3-Präparate, Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel sowie weitere Produkte auf pflanzlicher Basis. Das Besondere: Algen benötigen bei der Herstellung deutlich weniger Ressourcen wie etwa Wasser als viele traditionelle Rohstoffe. Sie wachsen erheblich schneller als Landpflanzen und brauchen keine fruchtbaren Ackerflächen, da sie beispielsweise auf flachen Gewässern angebaut werden können.
Willingmann gratulierte zur Auszeichnung und betonte: „Nachhaltigkeit hat in Sachsen-Anhalt viele Gesichter. Die Knufmann GmbH setzt mit der Alge auf einen klimafreundlichen Alleskönner mit riesigem Potenzial. Zudem wird auch in der eigenen Produktion auf Nachhaltigkeit geachtet, etwa durch den Einsatz erneuerbarer Energien und Lösungen für geringen Wasserverbrauch. Wenn wie hier in Klötze ökologischer Weitblick, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg zusammenkommen, ist das auf jeden Fall preisverdächtig. So geht nachhaltiges Wirtschaften made in Sachsen-Anhalt.“
Die Gründerin und Geschäftsführerin der Knufmann GmbH, Kirstin Knufmann, unterstrich: „Wenn wir die Herausforderungen der Zukunft lösen wollen, müssen wir neue Wege gehen. Algen gehören für mich zu den vielversprechendsten Rohstoffen unserer Zeit. Sie verbinden Nachhaltigkeit, Innovation und Gesundheit auf einzigartige Weise – in ihnen steckt enormes Potenzial für Ernährung, Gesundheit, nachhaltige Materialien und viele weitere Anwendungen. Deshalb verfolgen wir seit inzwischen 16 Jahren das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse in hochwertige Produkte, nachhaltige Anwendungen und praxisnahes Wissen zu übersetzen. Dass diese Arbeit nun mit dem ‚AURA-Award‘ ausgezeichnet wird, erfüllt uns mit großer Freude. Diese besondere Auszeichnung ist eine Bestätigung unseres Weges und zeigt, dass Nachhaltigkeit, Innovation und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sind. Gleichzeitig ist der Preis auch Ansporn, den Altmarkkreis Salzwedel und Sachsen-Anhalt auch künftig als Standort für nachhaltige Innovationen sichtbar zu machen.“
Die Knufmann GmbH hat derzeit acht Beschäftigte; gemeinsam mit den eng verbundenen Firmenbereichen arbeiten aktuell 14 Menschen am Standort Klötze. Das Unternehmen kooperiert unter anderem eng mit der Hochschule Anhalt sowie weiteren Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft.
Hintergrund zum Nachhaltigkeitspreis „AURA“:
Der „AURA-Award“ wurde 2013 ins Leben gerufen und 2024 mit einem neuen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit weiterentwickelt. Ausgezeichnet werden jährlich drei kleine und mittelständische Unternehmen aus Sachsen-Anhalt, die nachhaltige Produkte und Dienstleistungen entwickeln, ihre Produktion energieeffizient gestalten oder wertvolle Rohstoffe im Kreislauf halten. Ziel des „AURA-Awards“ ist es, nachhaltige Leistungen sichtbar zu machen und erfolgreiche Beispiele aus der Wirtschaft Sachsen-Anhalts vorzustellen. Der Preis besteht aus dem „AURA-Award“ aus nachhaltig produziertem heimischen Holz, einem hochwertigen Imagefilm im Wert von rund 3.000 Euro sowie einer Urkunde.

