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Willingmann wirbt für nachhaltigeren Umgang mit Textilien

Weltrecyclingtag am 18. März 2026

Wohin mit der zerschlissenen Hose, den kaputten Schuhen und der abgetragenen Jacke, wenn der Altkleidercontainer voll ist oder sogar abgebaut wurde? Zum Weltrecyclingtag am morgigen Mittwoch wirbt Sachsen-Anhalts Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann für einen bewussteren Umgang mit Textilien und dringt darauf, Textilhersteller stärker in die Pflicht zu nehmen.

„Kleidung wird heute oft gekauft, kurz getragen und schnell wieder entsorgt. Diese Entwicklung hat das gesamte System der Altkleidersammlung an seine Grenzen gebracht und kostet zugleich kostbare natürliche Ressourcen“, kritisiert Willingmann. „Auch wenn in Sachsen-Anhalt inzwischen Wertstoffhöfe vielerorts die Entsorgung von Alttextilien gewährleisten, müssen wir in den kommenden Jahren umsteuern und einen nachhaltigeren Umgang mit Textilien entwickeln. Wir brauchen qualitativ bessere und recycelbare Textilien, die anders als ‚fast Fashion‘ nicht gleich kaputtgehen und in der Tonne landen.“

In der Vergangenheit war es üblich, dass Altkleider im Sammelcontainer von gemeinnützigen Organisationen oder gewerblichen Anbietern landeten. Diese haben sich aber aufgrund der Textilflut in den vergangen Jahren immer weiter zurückgezogen. Von landesweit 113 gemeldeten Sammlern haben einer Erhebung des Landes zufolge inzwischen etwa ein Drittel ihre Container abgebaut oder planen den Abbau. Die Kommunen im Land haben deshalb das Containerangebot auf Wertstoffhöfen vielerorts erhöht. Bereits zwischen 2015 und 2023 war das Altkleider-Aufkommen in kommunalen Sammlungen von 484 auf 624 Tonnen angewachsen. Mit dem Rückgang kommerzieller und gemeinnütziger Sammlungen, zu denen aktuell keine Statistiken vorliegen, dürfte das Aufkommen auf kommunalen Wertstoffhöfen weiter zunehmen.

Zugespitzt hatte sich die Lage auch aufgrund der seit Anfang 2025 geltenden europaweiten Pflicht zur getrennten Sammlung von Textilien. Pullover, T-Shirts und Schuhe sollten danach nicht mehr im Restmüll landen. Die Regelung sollte eigentlich mehr Wiederverwendung und Recycling ermöglichen, überforderte jedoch gemeinnützige und kommerzielle Sammler. Recycelt wurde bislang etwa knapp die Hälfte der Alttextilien (47 Prozent) – aus ihnen wurden dann Putzlappen, Malervliese oder Dämm-Material hergestellt. Die Pflicht zur getrennten Erfassung von Textilien liegt in Deutschland bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern, also den Landkreisen und kreisfreien Städten. Sie müssen festlegen, wie Alttextilien gesammelt und den Entsorgungssystemen übergeben werden.

Nach Ansicht Willingmanns kann die Altkleiderkrise langfristig nur dann gelöst werden, wenn auch die Hersteller stärker Verantwortung übernehmen. Die Europäische Union hat dafür bereits den Rahmen geschaffen. Mit der überarbeiteten Abfallrahmenrichtlinie sollen Hersteller künftig die Kosten für Sammlung, Sortierung und Recycling von Textilien tragen. Dieses System der sogenannten erweiterten Herstellerverantwortung soll spätestens 2028 europaweit durch alle Mitgliedsstaaten eingeführt werden. „Hier sehe ich die Bundesregierung gefordert, möglichst zügig eine nationale Lösung zu erarbeiten“, betont Willingmann.

Der Minister sieht aber auch Verbraucherinnen und Verbraucher in der Verantwortung: „Jedes Kleidungsstück, das länger getragen oder weitergegeben wird, entlastet Umwelt und Entsorgungssysteme“, betonte er. „Wer auf Qualität achtet, Kleidung repariert oder Secondhand kauft, leistet einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Ein nachhaltiger Umgang mit Textilien ist unterm Strich auch günstiger.“

Kontakt

Ministerium für Wissenschaft,
Energie, Klimaschutz und Umwelt

des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr(at)mwu.sachsen-anhalt.de

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