Wissenschaftliche Erkenntnisse werden immer häufiger aus politischen Gründen infrage gestellt, Forderungen nach einer stärkeren Einflussnahme auf die Arbeit von Hochschulen und Forschungseinrichtungen mehren sich. Vor diesem Hintergrund ruft Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann dazu auf, die Freiheit der Wissenschaft zu verteidigen. Am Freitagnachmittag wird der Minister dazu ein Grußwort bei der Frühjahrssitzung der Sächsischen Akademie der Wissenschaft in Leipzig halten.
„Wir erleben bereits in Ländern wie den USA oder Ungarn, wie Wissenschaft durch politische Polarisierung unter Druck gerät“, warnt Willingmann. Wissenschaftsfreiheit sei ein hohes, vom Grundgesetz und der Verfassung des Landes garantiertes Gut, dass es zu verteidigen gelte. „Diese Freiheit bedeutet dabei mehr als Abwesenheit staatlicher Einflussnahme. Sie umfasst die Möglichkeit, Forschungsfragen eigenständig zu wählen, Erkenntnisse offen zu formulieren – auch dann, wenn sie unbequem sind“, so der Minister. „Wissenschaftsfreiheit ist ein zentrales Fundament unserer demokratischen Gesellschaft.“
Willingmann fordert zugleich Forschende und Hochschulen dazu auf, sich noch stärker in den öffentlichen Diskurs einzubringen und Erkenntnisse deutlicher zu vermitteln. „Transparenz und Verständlichkeit sind wesentliche Voraussetzungen für Vertrauen – und Vertrauen wiederum ist die Grundlage dafür, dass Wissenschaft ihre Rolle in der Gesellschaft erfüllen kann“, so der Minister. Nicht zuletzt bedeute Wissenschaftsfreiheit daher auch Verantwortung, so Willingmann weiter. „Die Verantwortung, Erkenntnisse nachvollziehbar zu machen, Unsicherheiten offen zu benennen und sich aktiv an gesellschaftlichen Diskussionen zu beteiligen.“

