Im Rahmen seiner dreitägigen Hochwasserschutz-Tour „Sachsen-Anhalt wasserfest“ hat Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann heute das hochmoderne Schöpfwerk Gorsdorf im Landkreis Wittenberg offiziell eingeweiht. Mit dem sechs Millionen Euro umfassenden Bauprojekt setzt das Land einen weiteren wichtigen Meilenstein für den Hochwasserschutz an Elbe und Schwarzer Elster im östlichen Sachsen-Anhalt. Das Vorhaben gehört zum Nationalen Hochwasserschutzprogramm und wird zu 60 Prozent vom Bund und zu 40 Prozent vom Land finanziert.
„Klimawandel bei uns in Sachsen-Anhalt bedeutet ganz konkret: Mal haben wir viel zu wenig Wasser – so wie es gerade der Fall ist. Und mal haben wir viel zu viel“, erläuterte Willingmann. „Statt ideologische Debatten über den Klimawandel zu führen, passen wir uns dem veränderten Klima pragmatisch an und stärken den Hochwasserschutz. Das neue Schöpfwerk in Gorsdorf ist leistungsstark und wird Wohnsiedlungen, Betriebe und Landwirtschaft verlässlich schützen, wenn wieder zu viel Wasser runterkommt und ein Hochwasser droht. So sieht verantwortungsvolle Landespolitik ganz konkret aus. Und die wollen wir in den kommenden Jahren fortsetzen – mit konsequenten Investitionen in Hochwasserschutz und sinnvollen Anpassungen an den Klimawandel.“
Das Schöpfwerk Gorsdorf ist ein wesentlicher Baustein für die geplante Deichrückverlegung „Schützberger Deich“, durch welche an der Einmündung der Schwarzen Elster in die Elbe südlich von Lutherstadt Wittenberg rund 102 Hektar neue Überflutungsflächen geschaffen werden sollen. Das Schöpfwerk Gorsdorf gewährleistet die leistungsfähige Entwässerung des hinter dem Deich gelegenen Einzugsgebiets. Dies soll einerseits den Rückstau aus Elbe und Schwarzer Elster in die Landlache verhindern sowie andererseits die Entwässerung dieses kleinen Nebenflusses der Schwarzen Elster ins Deichvorland sicherstellen. Der Neubau des Schöpfwerks war durch die „Jahrhunderthochwasser“ 2002 und 2013 notwendig geworden. „Die Fertigstellung des Schöpfwerks Gorsdorf wird den Hochwasserschutz in der Region um Wittenberg im Zusammenspiel mit der anstehenden Deichrückverlegung nachhaltig stärken“, sagte Willingmann weiter.
Das neue Schöpfwerk verfügt über ein modernes Funktionsgebäude, Pumpen- und Schieberkammern, Maschinenhalle, Einträgerbrückenkran sowie hochmoderne Energieverteilung, Anlagensteuerung und Kommunikationstechnik. In einer ergänzend errichteten Lagerhalle kann nun auch vor Ort Material für den Ernstfall vorgehalten werden, um den Einsatz der Beschäftigten des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) zu optimieren.
Bei der Einweihung des Schöpfwerks mit dabei war LHW-Direktorin Martina Große-Sudhues.
Sie erinnerte an zwei Hochwasserereignisse, bei denen die Baugrube geflutet wurde, wodurch es zu Verzögerungen im Bauablauf kam. Große-Sudhues bedankte sich für die konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit auch in diesen unerwarteten Situationen und insbesondere bei ihren Kolleginnen und Kollegen. Mit der Firma Kramer GmbH + Co KG Wittenberg sei ein Baubetrieb aus der Region gebunden worden, der sich als verlässlicher Partner erwiesen habe, erklärte sie.
Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Landkreis Wittenberg hat das Land Sachsen-Anhalt seit 2013 insgesamt rund 113,5 Millionen Euro investiert.

