Das Umweltministerium stellt die Weichen für eine neue Besucherattraktion auf Sachsen-Anhalts höchstem Gipfel. Minister Prof. Dr. Armin Willingmann hat heute einen Förderbescheid über 1,04 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln an den stellvertretenden Leiter des Nationalparks Harz, Thomas Glinka, sowie „Brockenhaus“-Geschäftsführer Christoph Lampert überreicht. Dank der Finanzspritze wird im Besucherzentrum auf dem Brockenplateau bis spätestens Ende 2028 eine moderne, interaktive Ausstellung entstehen. Thema: Das „Naturmonument Grünes Band“.
Die neue Ausstellung wird die Bedeutung des „Grünen Bandes“ als Europas größtes Naturschutzgebiet und Biotop-Verbundsystem in den Fokus nehmen. Unter dem Motto „Vernetzte Biodiversität“ soll es um die Verknüpfung von gefährdeten Arten, Biotopen und ökologischen Prozessen gehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Wandlung des einstigen Todesstreifens der innerdeutschen Grenze zur heutigen Lebenslinie für viele Tier- und Pflanzenarten. Ein weiterer Baustein der Ausstellung: die Erinnerungskultur mit Blick auf die historische Teilung Deutschlands und Europas. Mit interaktiven, digitalen Elementen sollen die Themen vor allem auch jüngeren Zielgruppen spannend vermittelt werden.
Willingmann betonte: „Der Brocken ist Sehnsuchtsort und Anziehungspunkt für viele Menschen. Faszinierende Natur trifft hier auf europäische Geschichte. Daher unterstützen wir die neue Ausstellung zum Grünen Band, das als Lebenslinie für viele Arten und ganze Ökosysteme enorme Bedeutung für Deutschland und Sachsen-Anhalt hat. Im Brockenhaus können Interessierte künftig zeitgemäß und ansprechend erleben, wie das Grüne Band Natur und Zeitgeschichte einzigartig verknüpft.“
Brockenhaus-Geschäftsführer Christoph Lampert zeigte sich sehr erfreut über die Zuwendung der Fördermittel von Seiten der Landesregierung. „Seit nunmehr 26 Jahren informiert das Brockenhaus seine Besuchenden über den Nationalpark Harz und alle touristischen Belange in der Brockenregion. Nachdem wir vor sieben Jahren die Neugestaltung der oberen Etagen erfolgreich abschließen konnten, freuen wir uns nun, mit der Zuwendung nun auch unsere Ideen zur Ausstellung im Erdgeschoss umsetzen und einen Beitrag zur Information über das ‚Grüne Band in Sachsen-Anhalt‘ leisten zu können.“
Thomas Glinka, stellvertretender Leiter des Nationalparks Harz, sagte: „Gerade in der heutigen Zeit zeigt sich immer wieder, wie wichtig eine gute Erinnerungskultur ist. Diese zu erhalten und zu fördern – für uns selbst, wie auch für die nachfolgenden Generationen –, ist und bleibt eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es freut uns sehr, dies am Brocken mit den Zielen des Naturschutzes verbinden zu können.“
Die Ausstellung wird über das Förderprogramm „Biodiversität“ zum Schutzgebietssystem „Natura 2000“ zu 80 Prozent aus EU-Geldern (ELER) und zu 20 Prozent aus Landesmitteln unterstützt.
Das „Grüne Band“ verläuft auf rund 343 Kilometern durch Sachsen-Anhalt, umfasst eine Fläche von 4.754 Hektar und ist seit November 2019 per Gesetz als „Nationales Naturmonument“ ausgewiesen.

