In zehn Tagen startet das beliebte Musikfestival „Rocken am Brocken“ in Elend im Harz. Damit die Besucher möglichst barrierefrei das Gelände erreichen können, hat Sachsen-Anhalts stellvertretender Ministerpräsident Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Montag in Vertretung von Sozialministerin Petra Grimm-Benne einen Förderbescheid über 50.000 Euro an Festivalorganisator Markus Blanke übergeben. Mit der Projektförderung sollen die inklusiven Angebote zur 20. Ausgabe des Festivals, die vom 30. Juli bis 1. August 2026 stattfindet, gezielt ausgebaut werden. Der Veranstalter beteiligt sich mit 5.000 Euro Eigenmitteln an dem Vorhaben.
Der Termin war für Willingmann zugleich eine persönliche Rückschau: Bereits vor rund 20 Jahren hatte ihm Markus Blanke, damals Student der Hochschule Harz, erstmals die Idee eines eigenen Musikfestivals vorgestellt. Willingmann war seinerzeit Rektor der Hochschule. Zwar ließ sich das Festival damals nicht auf dem Hochschulgelände verwirklichen, doch die Idee wurde weiterentwickelt und fand in Elend ihre Heimat. Heute zählt „Rocken am Brocken“ mit jährlich gut 6.000 Besuchern zu den etablierten Musikfestivals in Sachsen-Anhalt und feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen.
„Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich aus einer studentischen Idee ein Festival entwickelt hat, das weit über die Region hinaus Strahlkraft besitzt“, betonte Willingmann. „Markus Blanke hat sich von anfänglichen Hürden nicht entmutigen lassen und gemeinsam mit seinem Team eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Dass wir heute – passend zur 20. Festivalauflage – die Weiterentwicklung zu einer noch inklusiveren Veranstaltung unterstützen können, freut mich ganz besonders.“
„Rocken am Brocken“ versteht sich seit vielen Jahren nicht nur als Musikfestival, sondern auch als Ort der Begegnung, der Nachhaltigkeit und der Vielfalt. Mit der Landesförderung werden die bereits begonnenen Maßnahmen zur Barrierefreiheit konsequent weiterentwickelt. Ziel ist es, Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen eine möglichst selbstbestimmte Teilnahme am Festival zu ermöglichen.
Zu den geplanten Maßnahmen gehören unter anderem visuell und in Deutscher Gebärdensprache begleitete Musikauftritte („Deaf Performances“), barrierearme Wege über das Festivalgelände, Rollstuhltribünen vor den Bühnen, ein bühnennaher Campingbereich, barrierefreie Sanitäranlagen sowie bedarfsorientierte Gebärdensprachdolmetschung. Ergänzt wird das Angebot durch Workshops zur Lebensrealität gehörloser Menschen und zu Festivalgebärden, Fortbildungen für das Festivalteam sowie einen Hilfsmittelservice für Rollstuhlnutzende. Menschen mit Schwerbehindertenausweis können unabhängig vom eingetragenen Merkzeichen eine Begleitperson kostenfrei mit auf das Festival nehmen.
„Kultur soll für alle Menschen zugänglich sein“, betonte Willingmann. „Barrierefreiheit ist kein Zusatzangebot, sondern Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Mit den geplanten Maßnahmen zeigt 'Rocken am Brocken', wie Inklusion bei einer Großveranstaltung ganz praktisch umgesetzt werden kann. Das Festival setzt damit Maßstäbe, die weit über den Harz hinaus wirken können.“

