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Willingmann sieht Ausbau erneuerbarer Energien weiter auf gutem Weg

Energieminister legt Halbjahreszahlen im Kabinett vor

Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet in Sachsen-Anhalt weiter fort. Das geht aus der Bilanz für das erste Halbjahr 2026 hervor, über die Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann das Kabinett am heutigen Dienstag informiert hat. Aufgrund anhaltend hoher Wachstumsraten hat Photovoltaik die Windkraft mit Blick auf die installierte Leistung im Land als dominierende erneuerbare Stromerzeugungsart erstmals abgelöst. Die Zahl der PV-Anlagen stieg landesweit auf mehr als 140.000, die installierte Leistung auf 6,2 Gigawatt. Die Zahl der Windkraftanlagen ging leicht auf 2.661 zurück, die installierte Leistung stagnierte bei 5,7 Gigawatt.

„Bei Windkraftanlagen steht in diesem Jahr bislang vor allem das Repowering ganz oben auf der Agenda“, erklärte Willingmann. „Viele ausgediente Anlagen werden durch neue, leistungsfähigere ersetzt. Ein repowerter Windpark liefert heute mit weniger Anlagen deutlich mehr Strom. Während wir bei der Windkraft in den ersten sechs Monaten dieses Jahres eine kleine Konsolidierungsphase durchlaufen, geht der Zubau bei Photovoltaik dynamisch weiter. Insgesamt bleibt Sachsen-Anhalt damit Vorreiterland im Bereich erneuerbarer Energien.“

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 konnte der Windkraftzubau von 14 Anlagen mit einer Leistung von 76,8 Megawatt (MW) die Stilllegung 82 alter Anlagen mit 123,6 MW Leistung nicht ganz ausgleichen. Die installierte Gesamtleistung sank leicht vom Allzeithoch Ende 2025, das bei 5.758 MW lag, auf 5.712 MW zum Stichtag 30. Juni 2026. Die Zahl der Solaranlagen stieg dagegen in den ersten sechs Monaten um rund 10.000 auf 140.225. Das Gros des Sonnenstroms wird dabei aber von Photovoltaik-Freiflächenanlagen erzeugt. Rund 56 Prozent des Sonnenstroms, 3,4 Gigawatt, kamen aus den landesweit 1.275 Freiflächenanlagen. 43 Prozent oder 2,7 Gigawatt kamen aus PV-Anlagen auf Hausdächern und Fassaden. Ihre zahl lag bei 99.083. Die rund 40.000 Balkonkraftwerke hatten mit 44 Megawatt nur einen kleinen Anteil von 0,7 Prozent an der Solarstromerzeugung.

Kritik an niedrigen Biomasse-Ausschreibungen nach dem EEG

Einen weiter relevanten Stellenwert im erneuerbaren Strommix nimmt Biomasse mit 0,5 Gigawatt ein. Biogasanlagen werden landesweit für die Strom- und Wärmeversorgung eingesetzt. Der Anlagenbestand war hier zuletzt leicht rückläufig, da in vielen Fällen die 20-jährige Förderung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) endet. Wie umfassend neue Kapazitäten nach den EEG neu ausgeschrieben werden, ist aktuell offen. „Die Ausschreibungsmengen von 500 MW im EEG-Entwurf werden der Ankündigung, den Anlagenbestand sichern zu wollen, nicht gerecht“, kritisierte Willingmann. „Wenn die Bundesregierung bei der Wärmeversorgung in Zukunft verstärkt auf grüne Gase setzen will, müsste sie weitaus größere Kapazitäten ausschreiben.“

Kontakt

Ministerium für Wissenschaft,
Energie, Klimaschutz und Umwelt

des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr(at)mwu.sachsen-anhalt.de

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