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Willingmann setzt ersten Spatenstich für Einlaufbauwerk des Flutpolders Rösa

Letzter Meilenstein für Hochwasserschutz-Projekt im Osten des Landes

Die Fertigstellung des Flutpolders Rösa im Landkreis Anhalt-Bitterfeld befindet sich auf der Zielgeraden. Im letzten Bauabschnitt wird jetzt das Einlaufbauwerk errichtet. Auf seiner dreitägigen Hochwasserschutz-Tour „Sachsen-Anhalt wasserfest“ hat Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Mittwoch mit dem ersten Spatenstich den offiziellen Startschuss für die Arbeiten gegeben. Der neue Polder ist ein wichtiger Baustein für den Hochwasserschutz in der Region. Er kann künftig 20 Millionen Kubikmeter Wasser zwischenspeichern und so die Gefahr von Überschwemmungen an der Mulde für flussabwärts liegende Gemeinden deutlich verringern.

„Verantwortungsvoll Politik für die Menschen zu machen, bedeutet ganz konkret, den Klimawandel anzuerkennen und rechtzeitig die richtigen Weichen für den Schutz der Menschen zu stellen“, erklärte Willingmann. „Genau das machen wir hier. Klimawandel bedeutet bei uns im Lande häufiger vorkommende Starkregen- und Hochwasserereignisse. Deshalb investieren wir 60 Millionen Euro in den Polder Rösa. Unheimlich viel Geld, aber sehr gut angelegtes Geld! Wir halten uns nicht mit ideologischen Debatten über die Existenz von Klimawandel auf. Wir schauen nicht weg, sondern setzen den Spatenstich für ein Einlaufbauwerk für den Polder, damit von der Mulde in den kommenden Jahren keine ernste Hochwassergefahr mehr ausgeht.“

Die Investitionskosten für das neue Einlaufbauwerk belaufen sich auf rund 18 Millionen Euro, der gesamte Polder kostet etwa 60 Millionen Euro. Finanziert wird das Hochwasserschutz-Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch den Bund und das Land Sachsen-Anhalt.

„Das neue Einlaufbauwerk ist der letzte Baustein für den Flutpolder Rösa“, erläuterte Willingmann. „Polder und Deichrückverlegungen sorgen dafür, dass sich unsere Flüsse gezielt ausbreiten können. Auch an der Mulde braucht es natürliche Überschwemmungsflächen, um Wasser bei extremen Fluten zurückzuhalten und so Siedlungen, Wirtschaft und Infrastruktur zu schützen. Der Polder Rösa ist ein zentraler Baustein für einen modernen Hochwasserschutz im östlichen Sachsen-Anhalt.“

Für das Einlaufbauwerk wurde das Baufeld bereits freigemacht und die archäologischen Untersuchungen durchgeführt. Es soll über vier bewegliche Verschlüsse verfügen, die als so genannte Fischbauchklappen ausgebildet werden. Jeder Verschluss ist 17 Meter breit und dreieinhalb Meter hoch. Nach aktuellem Stand werden etwa 5.500 Kubikmeter Stahlbeton verbaut, außerdem Wasserbaupflaster, Steinsatz und Steinschüttung auf einer Fläche von 5.700 Quadratmetern. 70.000 Kubikmeter Material werden im Zuge von Deichbau- und Erdarbeiten bewegt.

Am heutigen Spatenstich nahm auch die Direktorin des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), Martina Große-Sudhues, teil. „Die Umsetzung eines so bedeutenden Hochwasserschutzprojekts ist eine echte Gemeinschaftsleistung. Mein Dank gilt allen, die mit ihrem Fachwissen, ihrer Ausdauer und ihrem Engagement dazu beitragen, dass wir noch besser vor Hochwasser schützen können“, sagte Große-Sudhues.

Zum Gesamtvorhaben gehören neben dem Einlaufbauwerk auch das Auslaufbauwerk sowie die Aufhöhung und Ertüchtigung angrenzender Deichabschnitte. Bereits abgeschlossen sind die Hochwasserschutzmaßnahmen in den Ortslagen Rösa und Brösa, das Auslaufbauwerk sowie eine Rückstausicherung am Mühlengraben. Auch der erste Deichabschnitt ist bereits fertiggestellt, am zweiten Polderdeichabschnitt laufen die Bauarbeiten aktuell noch. Hier wird mit einer Fertigstellung in diesem Jahr gerechnet.

Das eingedeichte Gebiet des Polders Rösa steht zur gesteuerten Zwischenspeicherung von Wasser zur Verfügung. Führt die Mulde ein extremes Hochwasser, wird das Einlaufbauwerk beim Scheiteldurchgang geöffnet und Wasser strömt in den Polder ein. 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde lässt das Einlaufbauwerk durch – das entspricht 2.000 Badewannen mit einem Fassungsvermögen von je 200 Litern. Mit dem Auslaufbauwerk kann nach Ablauf der Hochwasserwelle der Mulde dann genau reguliert werden, wann wie viel Wasser wieder an die Mulde abgegeben wird.

Zum Hintergrund

Polder sind Generationen-Projekte: Von der Planung bis zur Fertigstellung müssen selbst bei reibungslosem Ablauf 15 bis 20 Jahre einkalkuliert werden. Mit Poldern kann den Flüssen bei Bedarf und gezielt gesteuert Überschwemmungsfläche zurückgegeben werden. Im Normalfall stehen die Flächen der Natur und der Landwirtschaft zur Verfügung. Seit 2002 wurden allein im Landkreis Anhalt-Bitterfeld mehr als 162 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.

Kontakt

Ministerium für Wissenschaft,
Energie, Klimaschutz und Umwelt

des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr(at)mwu.sachsen-anhalt.de

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