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Willingmann nimmt zweite Turbine an Rappbodetalsperre offiziell in Betrieb: „Klimafreundliche Heimatenergien stärken“

Modernisiertes Wasserkraftwerk erzeugt künftig deutlich mehr Strom

Talsperren sind ingenieurtechnische Meisterwerke und erfüllen wichtige Funktionen: Das Talsperrensystem an der Rappbode mit Deutschlands höchster Staumauer ist unverzichtbar für die Trinkwasserversorgung in Sachsen-Anhalt und den Hochwasserschutz im Harz. Zusätzlich wird auch Energie erzeugt – mit einer zweiten, modernen Wasserturbine künftig sogar noch deutlich mehr. Sie sorgt dafür, dass im Wasserwerk ab sofort jeder Kubikmeter Rohwasser auch energetisch genutzt wird. Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann war heute zur feierlichen Inbetriebnahme vor Ort.

Willingmann betonte: „Wind für die repowerte Anlage in der Altmark, Sonnenstrahlen für die PV-Anlage im Burgenlandkreis und auch Harzwasser müssen nicht durch die Straße von Hormuz. Wer sich unabhängiger machen will von fossilen, klimaschädlichen Energieträgern und ihren durch internationale Konflikte ausgelösten Preissprüngen, muss auf Erneuerbare setzen. Auch wenn an der Rappbodetalsperre Trinkwasserversorgung und Hochwasserschutz weiter im Fokus stehen, ist die klimafreundliche Stromerzeugung doch ein wichtiger Bonus. Denn jede Kilowattstunde Heimatenergie, die nicht durch irgendeine Meerenge muss, hilft uns und dem Klima.“

Die Wasserkraftanlage an der Rappbodetalsperre wird von Avacon Natur in Zusammenarbeit mit dem Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt und der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz betrieben. Das Wasser wird durch das Wasserkraftwerk geleitet, wo es durch seinen Druck aufgrund des Gefälles im Talsperrensystem nun gleich zwei Turbinen antreibt. Ein Generator macht daraus Strom, der wetterunabhängig und in der Regel konstant zur Verfügung steht. Durch den Einbau der zweiten Turbine wird die Gesamtleistung mehr als verdoppelt – von bisher 921 auf jetzt 1.997 Kilovoltampere. Deutlich steigen soll dadurch auch die Stromerzeugung – von jährlich bislang knapp 6 auf rund 9,6 Gigawattstunden. Damit lassen sich rechnerisch rund 2.700 Haushalte mit Strom versorgen.

„Die Modernisierung zeigt das Potenzial bestehender Infrastruktur. Projekte wie an der Rappbodetalsperre verbinden Versorgungssicherheit, Ressourceneffizienz und erneuerbare Erzeugung – und machen die Energiewende im System wirksam“, sagte Rainer Schmittdiel, Technikvorstand der Avacon AG.

Zusätzlich zum jetzt erfolgten Einbau der neuen, zweiten Wasserturbine ist im Zuge der Instandsetzung des Grundablasses der Talsperre perspektivisch geplant, eine Rohrturbine mit einer Leistung von rund 900 Kilowatt zu installieren.

Wasserkraft hat in Sachsen-Anhalt derzeit einen Anteil von weniger als einem Prozent an der Bruttostromerzeugung. Aktuell sind 80 Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 33 Megawatt in Betrieb.

Die 1959 eingeweihte Rappbodetalsperre gehört mit der höchsten Staumauer Deutschlands (106 Meter hoch und 415 Meter lang) zu den herausragenden Talsperren im Land und ist zudem ein beliebtes Ausflugsziel im Harz. Die Anlage kann 109 Millionen Kubikmeter Wasser speichern und ist damit Deutschlands größte Trinkwassertalsperre. Seit 1999 ist der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt für Unterhaltung und Betrieb der Rappbodetalsperre verantwortlich.

Kontakt

Ministerium für Wissenschaft,
Energie, Klimaschutz und Umwelt

des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr(at)mwu.sachsen-anhalt.de

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