Sachsen-Anhalt treibt den Ausbau des Hochwasserschutzes weiter konsequent voran. Auf seiner Hochwasserschutz-Tour „Sachsen-Anhalt wasserfest“ hat sich Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Freitag über den erfolgreichen Abschluss eines wichtigen Bauabschnitts sowie den Fortgang weiterer Arbeiten am rechten Alanddeich im Landkreis Stendal informiert. In beide Maßnahmen werden insgesamt rund 9,5 Millionen Euro investiert, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert werden.
„Mit Blick auf die Jahrhunderthochwasser der Jahre 2002 und 2013 sowie künftig häufiger auftretende Hochwasser- und Starkregenereignisse infolge des Klimawandels müssen wir unsere Schutzanlagen konsequent weiter ausbauen“, betonte Willingmann. „Und genau das tun wir: Wir investieren in moderne Deiche, in notwendige Sanierungen wie hier in der Aland-Region, um Menschen, Infrastruktur und landwirtschaftliche Flächen zu schützen. Wir halten uns nicht mit ideologischen Debatten über die Existenz des Klimawandels auf, sondern setzen auf verantwortungsvolle und pragmatische Politik, die den Hochwasserschutz im Land Schritt für Schritt stärkt.“
Bereits abgeschlossen ist die Sanierung des rechten Alanddeichs zwischen Kilometer 14,0 und 16,4. Der Bauauftrag wurde im Juli 2024 vergeben, die Arbeiten begannen im August desselben Jahres und konnten im Frühjahr 2026 erfolgreich beendet werden. Auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern wurde der Deich nach den geltenden technischen Standards ertüchtigt und teilweise auf neuer Trasse errichtet. Durch die neue Trassenführung entstanden zusätzlich rund fünf Hektar Retentionsfläche, die im Hochwasserfall mehr Raum für das Wasser schaffen und damit den Hochwasserschutz nachhaltig verbessern. Begleitend wurden ökologische Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt, darunter die Entwicklung von Magerwiesen und Weichholzauen. Die Investitionssumme beträgt rund sechs Millionen Euro.
Parallel laufen die Arbeiten am unmittelbar angrenzenden Deichabschnitt zwischen Kilometer 11,8 und 14,0. Der Bauauftrag wurde im April 2026 vergeben, die Bauarbeiten begannen im Mai. Bis Ende des Jahres sollen auf einer Länge von 2,2 Kilometern der Deich DIN-gerecht saniert, die landseitige Berme auf fünf Meter verbreitert und ein neuer Deichverteidigungsweg angelegt werden. Darüber hinaus werden ökologische Kompensationsmaßnahmen, unter anderem Gehölzpflanzungen, umgesetzt. Für diesen Bauabschnitt werden rund 3,5 Millionen Euro investiert
„Mit den beiden Maßnahmen schaffen wir Deiche, die einem hundertjährlichen Hochwasser standhalten und gleichzeitig die natürlichen Funktionen der Flusslandschaft stärken. Hochwasserschutz und Naturschutz gehen hier Hand in Hand“, betonte Willingmann.
Mit der Fertigstellung der laufenden Arbeiten wird der Hochwasserschutz im Bereich Osterburg weiter verbessert. Die ausgebauten Deiche sichern künftig landwirtschaftliche Flächen und Ortslagen noch zuverlässiger gegen Hochwasserereignisse. Wenn voraussichtlich ebenfalls noch in diesem Jahr die Sanierung des linken Alanddeichs zwischen Kilometer 0,0 und 2,9 abgeschlossen wird, werden sämtliche Alanddeiche im Flussbereich Osterburg den geltenden technischen Anforderungen entsprechen.
Seit dem Elbehochwasser 2002 hat Sachsen-Anhalt seine Anstrengungen im Hochwasserschutz kontinuierlich verstärkt. Allein im Landkreis Stendal wurden seitdem rund 385 Millionen Euro investiert, davon knapp 287 Millionen Euro seit dem Hochwasser 2013. Die aktuellen Baumaßnahmen sind Teil der Landesstrategie Hochwasserschutz. Bauausführendes Unternehmen ist die Eggers Umwelttechnik GmbH aus Wittenberge; die Bauüberwachung erfolgt durch das Ingenieurbüro PPN aus Neuruppin.

