Starkes Signal für mehr Gleichstellung in der heimischen Wissenschaft: Mit der Hochschule Magdeburg-Stendal, der Hochschule Harz und der Hochschule Merseburg waren gleich drei Einrichtungen aus Sachsen-Anhalt in der finalen Auswahlrunde zum „Professorinnenprogramm 2030“ von Bund und Ländern mit ihren Gleichstellungskonzepten erfolgreich. Sie können nun bis September 2027 Anträge für jeweils bis zu drei Anschubfinanzierungen für die Erstberufung von Wissenschaftlerinnen auf unbefristete Professuren stellen. Bundesweit hatten sich 44 Hochschulen im Wettbewerb durchgesetzt.
Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann gratuliert den drei Hochschulen und betont: „Frauen prägen Studium, Forschung und Lehre in Sachsen-Anhalt, sind aber bei den Professuren nach wie vor stark unterrepräsentiert. Die Anteile steigen zwar, mit aktuell rund 27 Prozent gibt es aber noch immer deutlich Luft nach oben. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Hochschulen im Land für Gleichstellung stark machen und dafür etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern oder zunehmend auf Mentoringprogramme, Talentförderung und Netzwerkbildung setzen. Davon profitieren die Frauen, aber auch die Hochschulen selbst.“
An den drei jetzt erfolgreichen Hochschulen Harz, Merseburg und Magdeburg-Stendal hat sich der Anteil von Frauen an Professuren in den vergangenen Jahren bereits deutlich erhöht – von 27 Prozent Ende 2022 auf 31,9 Prozent Ende 2024. Dieser Trend setzt sich fort: 2025 wurden insgesamt neun Professuren neu besetzt, fünf davon mit Frauen (55,6%). Der aktuelle Erfolg im „Professorinnenprogramm 2030“ und die damit verbundene Förderung der Berufung von Wissenschaftlerinnen dürfte dieser positiven Entwicklung weiteren Rückenwind geben.
Sachsen-Anhalt-weit beträgt der Frauenanteil bei den Professuren rund 26,7 Prozent. Zum Vergleich: Frauen stellen bei den Studierenden insgesamt 51 Prozent und erwerben 52 Prozent der Hochschulabschlüsse. Ihr Anteil bei Promotionen liegt bei 46 Prozent und bei Habilitationen bei 37 Prozent.
Das 2008 gestartete Professorinnenprogramm ist das zentrale Instrument von Bund und Ländern zur Förderung von Gleichstellung an Hochschulen. In den drei bisherigen Programmphasen war die Hochschule Harz bereits einmal erfolgreich: Zwischen 2020 und 2025 konnte sie mit Fördermitteln die Stelle einer Projektkoordinatorin einrichten. Zudem wurden u. a. an der Hochschule Anhalt eine Regelprofessur im Fach „Biomedizinische Informationsverarbeitung“ und an der Hochschule Merseburg eine Professur im Bereich „ABWL, Marketing und E-Business“ mit 401.406 Euro bzw. 148.840 Euro unterstützt.
Hintergrund:
Um den Frauenanteil an den Hochschulen des Landes zu steigern, setzt das Wissenschaftsministerium auf gezielte Förderung. Ein zentraler Baustein ist das aus EU-Mitteln finanzierte Landesprogramm „FEM POWER“, für welches das Wissenschaftsministerium rund 11,1 Millionen Euro bereitstellt. Im landesweiten Netzwerk arbeiten die Hochschulen Sachsen-Anhalts sowie drei Leibniz-Institute zusammen, um ihre Expertise zu bündeln und standortübergreifend Maßnahmen zur Förderung von Wissenschaftlerinnen umzusetzen.

