Wichtiges Etappenziel für den Hochwasserschutz im Salzlandkreis: Auf seiner dreitägigen Hochwasserschutz-Tour „Sachsen-Anhalt wasserfest“ hat Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Donnerstag nördlich von Schönebeck (Elbe) den auf rund drei Kilometern umfassend sanierten, rechtsseitigen Elbdeich „Steinablage“ feierlich freigegeben. Der symbolische Banddurchschnitt markierte den Abschluss der baulichen Umsetzung der bedeutenden Maßnahme für den regionalen Hochwasserschutz.
„Jeder erfolgreich sanierte Deich ist eine gute Nachricht für die Menschen in Sachsen-Anhalt“, betonte Willingmann. „Mit Blick auf vergangene Extremfluten wie 2002 oder 2013 sowie künftig eher zunehmende Hochwasser- und Starkregenereignisse infolge des fortschreitenden Klimawandels müssen wir weiter konsequent in unsere Schutzanlagen wie Deiche oder Flutpolder investieren und tun dies auch. Wir halten uns nicht mit ideologischen Debatten über die Existenz von Klimawandel auf, wir setzen stattdessen auf verantwortungsvolle und pragmatische Politik.“
Die Gesamtkosten für die Deichsanierung liegen bei voraussichtlich rund 10,8 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt überwiegend aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), kofinanziert durch die Aufbauhilfe von Bund und Ländern nach dem Hochwasser 2013, durch die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) und Landesmittel.
Der DIN-gerecht sanierte Abschnitt entspricht nun den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Dazu wurde der Deich um bis zu einem Meter erhöht und bietet so Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser, zuzüglich eines Freibords von einem Meter. Zur Verbesserung der Standsicherheit hat die ausführende Baufirma aus dem Landkreis Harz eine Stahlspundwand als statisch wirksame Innendichtung in den landseitig geschliffenen Deichkörper eingebaut. Neben der Spundwand wurde ein neuer asphaltierter Kontrollweg gebaut.
Auch die Umwelt kommt bei der Umsetzung der Hochwasserschutz-Maßnahme nicht zu kurz: Für den Schutz von Amphibien an der Bundesstraße 246a wurden Amphibienleiteinrichtungen und zwei Amphibientunnel eingerichtet, so dass die Tiere hier künftig ungehindert wandern können.
An der offiziellen Einweihung des sanierten Deichs nahm auch die Direktorin des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), Martina Große-Sudhues, teil. „Die heutige Freigabe des sanierten Deichabschnitts ist ein sichtbares Beispiel für die Kompetenz und das Engagement unserer Beschäftigten“, betonte Große-Sudhues. „Mit Projekten wie diesem setzen wir unsere Fachkenntnis und Erfahrung gezielt ein, um den Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt nachhaltig zu stärken. Mein Dank gilt allen Mitarbeitenden und Partnern, die den erfolgreichen Abschluss der Maßnahme möglich gemacht haben.“
Seit 2002 wurden im Salzlandkreis insgesamt gut 207 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert, davon allein rund 146 Millionen Euro seit 2013.

