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Willingmann gibt letztes Teilstück von saniertem Saaledeich im Salzlandkreis frei

Abschnitt bei Groß Rosenburg für 4,2 Mio. Euro DIN-gerecht ausgebaut

Wichtiger Lückenschluss für einen TOP-Hochwasserschutz im Salzlandkreis: Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann und die Direktorin des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), Martina Große-Sudhues, haben heute das letzte Teilstück des jetzt auf insgesamt rund 14 Kilometern komplett DIN-gerecht sanierten rechtsseitigen Hauptdeiches zwischen Calbe (Saale) und Barby offiziell eingeweiht. Der rund zwei Kilometer lange Abschnitt des Saaledeiches bei Groß Rosenburg ist in den vergangenen 15 Monaten instandgesetzt worden; rund 4,2 Millionen Euro aus EU-Mitteln wurden dafür investiert. Der Deich ist für ein Extrem-Hochwasser ausgelegt, das statistisch alle 100 Jahre vorkommt.

Willingmann betonte: „Mit dem Lückenschluss des wichtigen Deichs am rechten Saale-Ufer sind die Menschen in Groß Rosenburg, Klein Rosenburg, Patzetz, Lödderitz, Breitenhagen sowie in den dahinter liegenden Gemeinden jetzt bestmöglich vor extremen Hochwassern geschützt. Das ist ein positives Signal, gerade mit Blick auf die schweren Schäden in der Region im Zuge der Jahrhundertfluten 2002 und 2013.“ Im Juni 2013 war der Saaledeich bei Breitenhagen kurz vor der Einmündung der Saale in die Elbe gebrochen. Damals wurden rund 85 Quadratkilometer überschwemmt; Personenschäden konnten durch Evakuierungen verhindert werden. 

Der heute offiziell freigegebene, zwei Kilometer lange Deichabschnitt bei Groß Rosenburg wurde erhöht, mit einem Deichkronenweg sowie mit einem Deichverteidigungsweg ausgestattet. Im Rahmen der Arbeiten wurden auch bedeutsame archäologische Funde gemacht, u.a. eine mindestens 4.000 Jahre alte, vollständig erhaltene Urne mit menschlichen Überresten sowie Belege für ur- und frühgeschichtliche Siedlungen. Finanziert wurde die Sanierung des rechten Saale-Hauptdeiches aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE); insgesamt flossen für die rund 14 Kilometer etwa 28 Millionen Euro. 

Für die im Zuge der Sanierung des Abschnitts bei Groß Rosenburg versiegelten Flächen erfolgen auf etwa einem Hektar Neuanpflanzungen von Büschen und Bäumen wie etwa Feldahorn, Schlehe oder Wildapfel. Neu geschaffen wurden in diesem Zusammenhang auch drei Quartiere für Zauneidechsen. Die Ersatzmaßnahmen erfolgten in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Salzlandkreises. 

In den Fokus rückt nun der linksseitige Saale-Hauptdeich, der noch auf rund 8,4 Kilometern saniert wird. Zusätzlich werden mit dem Programm „Fluss, Natur, Leben“ weitere mögliche Standorte für zwei Deichrückverlegungen (Beesenlaublingen und Tornitz) sowie für einen Flutungspolder (Calbe) vorbereitet. Sie sollen künftig dazu beitragen, die Folgen des fortschreitenden Klimawandels und extreme Hochwasserereignisse in ihrer Wirkung zu dämpfen. 

Insgesamt wurden im Salzlandkreis seit der Jahrhundertflut 2002 rund 127 Millionen Euro in die Verbesserung des Hochwasserschutzes investiert. Bislang sind 13 Maßnahmen fertiggestellt worden (etwa Deichlückenschluss Gottesgnaden und Deichrückverlegung Lödderitzer Forst); 5 weitere im Gesamtvolumen von rund 23 Millionen Euro werden derzeit umgesetzt. Darüber hinaus sind 19 Maßnahmen in Planung bzw. Vorbereitung; hier sollen nochmals rund 89 Millionen Euro investiert werden. 

Kontakt

Ministerium für Wissenschaft,
Energie, Klimaschutz und Umwelt

des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr(at)mwu.sachsen-anhalt.de

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