Wie lässt sich mehr grüner Strom erzeugen, ohne die Stromnetze zu sehr zu strapazieren? Ein Betreiber von Windparks und Solaranlagen hat im Landkreis Mansfeld-Südharz jetzt ein Vorhaben realisiert, das zeigt, wie es gehen kann: bei Gerbstedt hat die wpd onshore GmbH eine neue PV-Freiflächenanlage neben einem bestehenden Windpark errichtet. Für beide Anlagen wird dabei das bereits vorhandene Umspannwerk genutzt. Das Besondere: der Windpark hat bei der Stromeinspeisung Vorrang, um das Netz nicht zu überlasten. Am heutigen Sonntag hat wpd gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann den innovativen Solarpark offiziell in Betrieb genommen.
„Das Leuchtturmprojekt hier in Gerbstedt zeigt eindrucksvoll auf, wie mit innovativen Lösungen beim Ausbau der Erneuerbaren Engpässe beim Stromnetz abgewendet werden können“, erklärte Willingmann. „Statt den Ausbau der Erneuerbaren mit Verweis auf Netzengpässe zu bremsen, sollte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mal nach Gerbstedt kommen und sich anschauen, wie Wind- und PV-Zubau netzdienlich gestaltet werden kann. Wir brauchen in Deutschland mehr Erneuerbare und nicht weniger, weil es unsere günstigen Heimatenergien sind. Dabei gilt es, nicht über Netzengpässe zu nörgeln. Wir können sie mit pragmatischen Lösungen abwenden. Und wir dürfen nicht noch mehr Zeit beim konsequenten Ausbau der Stromnetze verlieren.
Die neue Photovoltaik-Freiflächenanlage hat eine Gesamtleistung von rund 54 Megawatt Peak wird voraussichtlich rund 20.000 Haushalte mit Energie versorgen. Nach Angaben des Betreibers ist der Betrieb der Anlage trotz Windkraftvorrangs wirtschaftlich, weil Windstrom vorwiegend im Winterhalbjahr und Sonnenstrom in den Sommermonaten erzeugt werden. Ein übergeordneter Parkregler kontrolliert die gemeinsame Erzeugungsleistung und regelt die Leistung des Solarparks so, dass der Netzanschluss zu keinem Zeitpunkt überlastet wird.
Matthias Lehmann, Teamleiter technisches Projektmanagement und Niederlassungsleiter Ost der wpd onshore GmbH & Co. KG, erklärte: „Mit dem auf 53 Hektar verbauten und durch rund 86.000 Solarmodulen erzeugten Strom machen wir die Wirtschaft unabhängig von fossilen Energieimporten, beteiligen die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger nach dem geltenden Beteiligungsgesetz des Landes und senken die Stromkosten für alle. So führen wir unsere bestehenden acht Windenergieanlagen mit dem neuen Solarpark an unserem betriebseigenen Umspannwerk zusammen. Das gelingt durch die Umsetzung des innovativen Konzepts des hybriden Netzverknüpfungspunktes. Damit führen wir viele verschiedene Faktoren wie die lokalen Einspeisebedingungen, die Aufnahmefähigkeit des Netzes und die Investitionen zu einem wirtschaftlichen Optimum zusammen.“

