1791. Starke Schneeschmelze, heftige Regenfälle und Eisstau auf der Elbe führen in der Altmark zu großflächigen Überflutungen. Höfe, Gebäude und Felder werden beschädigt, Vieh stirbt, Erntevorräte sind verloren. Besonders schlimm kommt es für das direkt an der Elbe gelegene Heydebleck; die Schäden sind so groß, dass das Dorf nahe Klietznick aufgegeben wird.
Um die Erinnerung an die untergegangene Siedlung südwestlich von Jerichow zu bewahren, gibt es bislang einen Gedenkstein an der Elbe; zudem trägt das Gemeindehaus in Klietznick den Namen „Heydebleck“. Ab sofort erinnert zusätzlich eine Online-Karte an das Elbe-Hochwasser von vor 235 Jahren und weitere extreme Fluten in der Region wie 2002 und 2013. Mit diesem Projekt haben zehn Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b der Sekundarschule „An der Elbe“ aus Parey (Landkreis Jerichower Land) den Schulwettbewerb „Wasser hat Kraft. Du auch!“ des Umweltministeriums gewonnen. Minister Prof. Dr. Armin Willingmann gratulierte heute vor Ort und überreichte das Preisgeld von 1.000 Euro in Form eines großen Schecks.
Im Fokus des landesweiten Schülerwettbewerbs standen Hochwassermarken, mit denen die Höchstwasserstände vergangener Fluten an Bauwerken wie Brücken, Kirchen oder Häusern dokumentiert wurden – meist durch einen horizontalen Strich nebst Jahreszahl. In Heydebleck sind solche Marken zwar nicht zu finden; es gibt heute schlichtweg keine Gebäude mehr. Dafür haben die Pareyer Neuntklässler aber an sechs weiteren Orten in der Region Hochwassermarken aufgespürt, etwa in Schönhausen, Tangermünde oder Fischbeck von den Jahrhundertfluten 2002 und 2013. Mit Steckbriefen und Fotos erstellten sie im Rahmen des Wettbewerbs eine Online-Karte, die sukzessive erweitert werden kann.
Willingmann sagte: „Ich bin begeistert vom großen Engagement der Schülerinnen und Schüler aus Parey. Sie sind in ihrer Region großflächig auf Spurensuche gegangen und haben dabei nicht nur viele unterschiedliche Hochwassermarken entdeckt, sondern diese stummen Zeitzeugen auch noch online in einer Karte erfasst. Dadurch wird sehr anschaulich, wie real Hochwassergefahren sind und wie wichtig ein umfassender Hochwasserschutz gerade an der Elbe ist. Deshalb investieren wir auch weiterhin in moderne Schutzanlagen wie Deiche oder Polder.“
Neben dem Preisgeld von 1.000 Euro haben die Pareyer Schüler weiteren Grund zur Freude: Ihr Sieger-Beitrag wird auch in das derzeit entstehende Buch zum Thema „Hochwassermarken in Sachsen-Anhalt“ aufgenommen.
Hintergrund:
Das Umweltministerium hatte den Schulwettbewerb „Wasser hat Kraft. Du auch!“ im August 2025 gestartet. Beteiligen konnten sich Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7 aller weiterführenden Schulen in Sachsen-Anhalt. Gesucht waren digitale Dokumentationen in Form von Fotos, Videos, Reels, Storys oder Collagen, mit selbst recherchierten Informationen zu einzelnen Hochwassermarken und den dazugehörenden Hochwasserereignissen im Land. Ziel des Wettbewerbs war es, junge Menschen für die Gefahren extremer Fluten und für die Notwendigkeit von Hochwasserschutz im Land zu sensibilisieren. Für die drei besten Schulteams, die von einer Jury ausgewählt wurden, gibt es insgesamt 1.800 Euro Preisgeld.

