Menu
menu

Willingmann besucht Leuchtturmprojekt für nachhaltige Wärmeversorgung in Hettstedt

Versorger setzt auf grüne Fernwärme und innovative Technik

Wie kann die Wärmewende gelingen, ohne dass Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit auf der Strecke bleiben? Die Stadtwerke Hettstedt haben ihre eigene Antwort entwickelt: Sie wollen ihr Wärmenetz künftig mit grüner Fernwärme versorgen, setzen dabei auf eine Kombination verschiedener Technologien. Auf seiner Sommertour unter dem Motto „Energie & Innovation“ hat sich Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Mittwoch vor Ort über die Pläne der Stadtwerke informiert.

„Die Stadtwerke Hettstedt zeigen eindrucksvoll, wie die Wärmewende vor Ort gelingen kann“, betonte Willingmann. „Das von den Stadtwerken entwickelte Versorgungskonzept verbindet dabei innovative Technologien zu einem zukunftsfähigen, bezahlbaren und nachhaltigen Gesamtsystem. Das kreative Modell aus Hettstedt sollte anderen Kommunen Mut machen, ebenfalls innovative und regional passgenaue Lösungen zu entwickeln. Zugleich wird in Hettstedt gezeigt, dass gerade auch im ländlichen Raum an der Zukunft gearbeitet wird: mit einer eigenen Wärmeplanung im Interesse von Bürgern und Unternehmen.“

Um Hettstedt langfristig klimaneutral mit Wärme zu versorgen, setzen die Stadtwerke auf den Ausbau des Fernwärmenetzes, die Einbindung Erdwärme sowie moderne Speichertechnologien. Herzstück sind Luft/Wasser- und Wasser/Wasser-Großwärmepumpen, Kurzzeit- und saisonale Wärmespeicher sowie eine Photovoltaik-Thermie-Anlage (PVT), die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Durch die intelligente Kopplung von Strom- und Wärmesektor entsteht ein flexibel steuerbares Gesamtsystem, das erneuerbare Energien optimal nutzt und die Versorgungssicherheit erhöht.

Die Stadtwerke werden ihr Vorhaben in den kommenden Jahren schrittweise umsetzen. Für den Ausbau der Fernwärmeinfrastruktur und den Aufbau eines geothermischen Wärmespeichers erhält der regionale Versorger über die Richtlinie „Sachsen-Anhalt Revier 2038“ Fördermittel in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro. Willingmann informierte sich am Mittwoch über die Arbeiten am Standort des ehemaligen Sportplatzes an der Saigerhütte. Dort wird die sogenannte Energiezentrale entstehen. Geplant sind drei Kurzzeitspeicher sowie eine neue 800 Meter lange Fernwärmetrasse. „Zukunftsfähige Wärme entsteht durch Lösungen vor Ort“, betonte Heiko Ryll, technischer Leiter der Stadtwerke Hettstedt. „Gemeinsam mit zahlreichen Partnern hier aus der Region haben wir eine pragmatische Lösung entwickelt, wie wir Hettstadt in Zukunft bezahlbar und klimaneutral mit Wärme versorgen können. Ich freue mich sehr, dass wir jetzt in die Umsetzung starten und dabei auch auf die Unterstützung des Landes zählen können.“

 

Grundlage des Vorhabens ist die bereits Ende 2025 vom Stadtrat beschlossene kommunale Wärmeplanung der Stadt Hettstedt. Sie verfolgt das Ziel, die Wärmeversorgung bis 2045 weitgehend klimaneutral zu gestalten und bietet Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie Unternehmen eine verlässliche Orientierung für künftige Investitionen. Die kommunale Wärmeplanung wird vom Land und dem Bund unterstützt; allein für Sachsen-Anhalt stehen hierfür zwölf Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung. Die Stadtwerke Hettstedt wurden 1993 gegründet und versorgen heute mit rund 50 Beschäftigten etwa 6.500 Haushalte sowie rund 40 Unternehmen mit Strom, Gas und Wasser. Rund 2.000 Haushalte werden zusätzlich mit Fernwärme versorgt. Mit einem Jahresumsatz von rund 21 Millionen Euro verbindet das kommunale Unternehmen eine zuverlässige Daseinsvorsorge mit einer konsequenten Ausrichtung auf nachhaltige Infrastrukturprojekte.

Energieminister noch bis Freitag auf Sommertour

Die Energie- und Wärmewende zählt in diesem Jahr zu den zentralen Themen der Sommertour von Energieminister Willingmann. Noch bis Freitag wird der Minister auf seiner fünftägigen Tour unter dem Motto „Energie & Innovation“ zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen besuchen, wird Förderbescheide überreichen und sich über erfolgreich realisierte Vorhaben informieren. Neben der Energie- und Wärmewende und wichtigen Weichenstellungen in diesem Zusammenhang geht es im Rahmen der Tour auch um nachhaltiges Unternehmertum sowie die gezielte Förderung von Innovationen und die Stärkung der erstklassigen Wissenschaftslandschaft in Sachsen-Anhalt.

Kontakt

Ministerium für Wissenschaft,
Energie, Klimaschutz und Umwelt

des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr(at)mwu.sachsen-anhalt.de

Social Media