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Willingmann besucht Leuchtturmprojekt für innovative Kreislaufwirtschaft in Schkopau

Innovative Anlage für die Rückgewinnung von Phosphor im Bau

Im Chemiepark Schkopau im Saalekreis entsteht aktuell eine innovative Anlage zur Rückgewinnung von schadstofffreiem Phosphor aus Klärschlammaschen. Phosphor ist eine wichtige Grundlage allen Lebens, Hauptbestandteil von Düngemitteln. Auf seiner Sommertour unter dem Motto „Energie & Innovation“ hat Sachsen-Anhalts Wissenschafts- und Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann das Leuchtturmprojekt im Bereich der Kreislaufwirtschaft besucht, das von den Unternehmen Gelsenwasser und EasyMining gemeinschaftlich vorangetrieben wird.

„Die Rückgewinnung von kostbarem Phosphor ist ein absolutes Zukunftsthema und passt deshalb ganz hervorragend zu Sachsen-Anhalt als Land der Zukunftstechnologien“, erläuterte Willingmann. „Ich freue mich, dass Gelsenwasser und EasyMining beim Bau ihrer Anlage zur Phosphorrückgewinnung vorankommen. Daran haben wir auch als Land mit starker Landwirtschaft ein großes Interesse. Unsere landwirtschaftlichen Betriebe sind auf schadstofffreien Phosphor angewiesen. Dank der künftigen Recyclingkapazitäten müssen sie weniger davon aus dem Ausland importieren. Wir sollten die Kreislaufwirtschaft auch in diesem Bereich in den kommenden Jahren weiter konsequent unterstützen.“ 

Die Europäische Union hat Phosphor bereits als kritischen Rohstoff eingestuft, weil er nur aus wenigen Ländern bezogen werden kann. Die Rückgewinnung des kostbaren Rohstoffs aus Klärschlammaschen ist deshalb von strategischem Interesse. Das Leuchtturmprojekt in Schkopau wird vom Umweltministerium Sachsen-Anhalt mit 27 Millionen Euro aus dem Just Transition Fund (JTF) der EU unterstützt, den Bescheid hatte Willingmann im Februar 2025 an die beteiligten Unternehmen Gelsenwasser und EasyMining überreicht. Die Anlage in Schkopau wird künftig von der Phosphorrückgewinnung Schkopau GmbH (PGS) betrieben, die von Gelsenwasser und EasyMining gegründet wurde. Im kommenden Jahr soll die Anlage den Betrieb aufnehmen.

„Mit der Ash2Phos-Anlage in Schkopau wird die Region eine Vorreiterrolle für die Phosphorrückgewinnung einnehmen. Das Projekt schafft neue Arbeitsplätze, stärkt die regionale Wertschöpfung und unterstreicht unser Vertrauen in das Potenzial der Region. Wir glauben an Schkopau als Standort für innovative Lösungen der Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Technologien und sind dankbar für die Unterstützung, die wir in der Region erfahren.“, so Anna Lundbom, Geschäftsführerin der PG Schkopau. Mit Hinblick auf die Inbetriebnahme 2027, sind die nächsten Einstellungen der PGS für das zweite Halbjahr geplant.

In der Anlage kommt die Ash2Phos-Technologie des zur Ragn-Sells-Gruppe gehörenden Unternehmens EasyMining zum Einsatz, die mehr als 90 Prozent des Phosphors aus der Klärschlammasche extrahiert. Die in der Asche ebenfalls enthaltenen Schwermetalle werden dabei sicher abgetrennt und entsorgt. Enthaltenes Eisen und Aluminium kann ebenfalls zurückgewonnen und einer Nutzung in der Industrie zugeführt werden.

Bislang muss Deutschland jährlich tausende Tonnen Phosphor importieren. Rund 84 Prozent der weltweiten Phosphatreserven verteilen sich dabei auf gerade einmal sechs Länder. Davon entfallen zwei Drittel auf Marokko, gefolgt von China, Ägypten, Algerien, Südafrika und Brasilien. Hauptproduzent von Phosphatgestein ist mit 90 Millionen Tonnen die Volksrepublik China. Der Importanteil könnte in den kommenden Jahren signifikant gesenkt werden, wenn Phosphor verstärkt vor allem aus Kläranlagen zurückgewonnen wird.

Minister noch bis morgen auf Sommertour

Nachhaltiges Unternehmertum in Sachsen-Anhalt zählt in diesem Jahr zu den zentralen Themen der Sommertour von Minister Willingmann. Noch bis Freitag wird der er auf seiner fünftägigen Tour unter dem Motto „Energie & Innovation“ zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen besuchen, wird Förderbescheide überreichen und sich über erfolgreich realisierte Vorhaben informieren. Neben Nachhaltigkeitsthemen steht bei der Tour die die Energie- und Wärmewende, die Unterstützung von Innovationen sowie die Stärkung der erstklassigen Wissenschaftslandschaft im Fokus.

Kontakt

Ministerium für Wissenschaft,
Energie, Klimaschutz und Umwelt

des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr(at)mwu.sachsen-anhalt.de

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