Damit Sachsen-Anhalt auf künftige Notlagen besser vorbereitet ist, haben die Universitätsmedizin Halle (Saale) und das Klinikum Bergmannstrost jetzt das Mitteldeutsche Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin (MZKR) aus der Taufe gehoben. Beim Gründungssymposium heute in Halle (Saale) betonte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann die große Bedeutung der neuen Einrichtung.
„Wer Krisen erfolgreich meistern will, muss gut vorbereitet sein. Dafür braucht es engagierte Menschen und leistungsstarke Strukturen, die im Ernstfall tragen. Denn Notlagen wie etwa nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt Ende 2024 oder durch extremen Starkregen kommen meist ohne große Vorwarnzeit. Und: Nach der Krise ist vor der Krise“, sagte der Minister, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Universitätsklinikums Halle (Saale) ist.
Willingmann unterstrich: „Gerade in der jüngeren Vergangenheit hat sich gezeigt, wie verletzlich auch moderne Gesellschaften sind. Corona-Pandemie, geopolitische Krisen, Cyberattacken oder Extremwetter stellten und stellen Sachsen-Anhalt vor enorme Herausforderungen.“ Umso wichtiger sei, dass auch die Strukturen zur Notfallversorgung mit dieser Entwicklung Schritt halten. Deshalb verknüpft das MZKR künftig Rettungsdienste, Feuerwehren, Landesärztekammer, Bundeswehr, Polizei sowie die zuständigen Behörden auf Landes- und Bundesebene.
Das Zentrum soll eine überregionale Kompetenzstelle für Krisen- und Katastrophenresilienz im Gesundheitswesen schaffen und dafür ein fachübergreifendes Ausbildungsinstitut mit so genanntem Skillslab und interaktivem Simulationszentrum errichten; hier werden Einsatzkräfte, medizinisches Personal und Entscheidungsträger künftig systematisch und realitätsnah auf Extremsituationen vorbereitet. Im Fokus des MZKR stehen dabei sowohl die medizinische Versorgung im Katastrophenfall als auch funktionieren Versorgungsketten, abgestimmte Notfall- und Krisenpläne, im Ernstfall funktionierende Kommunikationsstrukturen und digitale Lösungen.
„Ziel muss es sein, im Ernstfall schneller, koordinierter und effizienter handeln zu können. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass aus diesem Zentrum ein Leuchtturm wird – für Sachsen-Anhalt und Mitteldeutschland“, sagte der Minister.

