Der fortschreitende Klimawandel erhöht auch in Sachsen-Anhalt die Gefahr von Starkregen und Hochwasserereignissen. Um Städte und Gemeinden bei der Klimaanpassung zu unterstützen, fördert das Umweltministerium Sachsen-Anhalt über das Landesprogramm „KLIMA III“ gezielt kommunale Maßnahmen zum Hochwasser- und Starkregenschutz. Am heutigen Donnerstag hat Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann der Lutherstadt Wittenberg zwei Förderbescheide über 2,84 Millionen Euro überreicht.
„Wir verschließen nicht die Augen vor dem fortschreitenden Klimawandel, sondern wappnen uns vor den Folgen“, betonte Willingmann. „Dazu gehört bestmöglicher Hochwasserschutz. Die Lutherstadt Wittenberg hat bereits zwei Jahrhunderthochwasser 2002 und 2013 erlebt. Deshalb ist es wichtig, dass Land und Kommunen hier gemeinsam Vorsorge treffen und den Hochwasserschutz weiter konsequent stärken.“
Gefördert werden in Wittenberg zwei Projekte im Bereich der sogenannten Kuhlache unmittelbar an der Elbe. Hier soll eine neue Dammanlage errichtet werden, die künftig Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser bieten kann. Dadurch werden rund 80.000 Quadratmeter Fläche gesichert, darunter ehemalige Industrie- und Gewerbeflächen sowie einzelne Wohnbereiche. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,99 Millionen Euro, das Land unterstützt das Vorhaben mit rund 1,61 Millionen Euro. Darüber hinaus wird ein neues Pumpwerk gebaut, um Rückstau und Überflutungen durch den Trajuhnschen Bach und Elbewasser künftig zu verhindern. Dafür sind Gesamtkosten von rund 1,46 Millionen Euro vorgesehen; die Förderung des Landes beträgt rund 1,23 Millionen Euro.
Beide Maßnahmen werden eng mit der Gestaltung des neuen Uferparks zur Landesgartenschau verknüpft. So entsteht auf der Dammlage künftig eine neue Parkpromenade mit Anschluss an den Elberadweg. Gleichzeitig soll die Elbe für Bürgerinnen und Bürger stärker erlebbar gemacht werden. Das Pumpwerk wiederum wird in eine landschaftsplanerische Gestaltung integriert, die auch neue Spiel- und Aufenthaltsbereiche umfasst.
„Die beiden Projekte sind ein wichtiger Schritt, um Wittenberg besser auf die Folgen von Starkregen und Hochwasser vorzubereiten. Gleichzeitig nutzen wir die Chance, den Bereich an der Elbe weiter aufzuwerten und für Bürgerinnen und Bürger noch attraktiver zu gestalten“, betonte Bürgermeister André Seidig.
Willingmann erklärte weiter: „Ebenso wichtig wie die Maßnahmen des Landes ist es, dass Städte und Gemeinden selbst Verantwortung übernehmen und Vorsorge betreiben. Die beiden Projekte in Wittenberg zeigen beispielhaft, wie technischer Hochwasserschutz, Stadtentwicklung und Aufenthaltsqualität sinnvoll miteinander verbunden werden können.“
23 Vorhaben mit Landesprogramm Klima III gefördert
Mit dem Programm „KLIMA III“ unterstützt das Umweltministerium Sachsen-Anhalt kommunale Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Grundlage ist die Förderrichtlinie zur Anpassung an den Klimawandel vom 13. Mai 2024. Das Gesamtvolumen des Programms beträgt 35 Millionen Euro. Davon entfallen 25 Millionen Euro auf Maßnahmen des Hochwasser- und Starkregenrisikomanagements, weitere 10 Millionen Euro auf Maßnahmen zur Stärkung der Klimaresilienz. Bislang wurden im Bereich Hochwasser und Starkregen bereits 34 Maßnahmen mit insgesamt rund 17,5 Millionen Euro bewilligt.
Kontinuierliche Unterstützung für Hochwasserschutz in Wittenberg
Seit 2002 hat das Land nach Angaben des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) bereits rund 210 Millionen Euro in die Verbesserung des Hochwasserschutzes im Landkreis Wittenberg investiert. Künftig soll zudem der geplante Flutungspolder Axien-Mauken mit einem Stauraum von rund 57 Millionen Kubikmetern die Hochwassersituation entlang der Elbe weiter verbessern.
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