Mit Blick auf den heutigen „Internationalen Tag der biologischen Vielfalt“ ruft Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann dazu auf, den Schutz von Arten und Lebensräumen konsequent fortzusetzen sowie geschädigte Ökosysteme stärker wiederherzustellen: „Artenvielfalt ist die Grundlage intakter Ökosysteme und damit auch für uns Menschen lebenswichtig. Sie sichert sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Bestäubung, Klimaschutz und Lebensqualität. Ihr zunehmender Verlust ist deshalb keine abstrakte Umweltfrage, sondern betrifft uns alle ganz unmittelbar.“
Auch in Sachsen-Anhalt zeigt sich der Rückgang der biologischen Vielfalt: Artenreiche Wiesen, Ackerwildkräuter, Insekten und typische Vogelarten der Agrarlandschaft stehen vielerorts unter Druck. Ursachen sind unter anderem der Verlust von Lebensräumen, intensive Nutzungen, Flächenversiegelung, Stoffeinträge, invasive Arten sowie die Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels. In Sachsen-Anhalt gelten laut „Roter Liste“ 7.639 der insgesamt 21.313 erfassten Arten als gefährdet; das entspricht einem Anteil von 35,8 Prozent. 1.615 Arten (7,6 Prozent) sind sogar vom Aussterben bedroht.
Der Schutz der biologischen Vielfalt beginnt vor Ort – auf Wiesen, an Feldrändern, auf kommunalen Grünflächen und auch im eigenen Garten. Dabei geht es nicht nur darum, Lebensräume zu erhalten, sondern auch geschädigte Ökosysteme wieder in einen besseren Zustand zu bringen. Eine wichtige Grundlage dafür ist die im August 2024 beschlossene EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur; zur Ausgestaltung ihrer Umsetzung in Deutschland haben Bund und Länder den Entwurf des 1. Nationalen Wiederherstellungsplans erarbeitet, zu dem sich Interessierte noch bis zum 25. Juni 2026 über das Online-Beteiligungs-Portal des Bundes einbringen können.
„Die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme ist eine Investition in die Zukunft“, erklärte Willingmann. „Intakte Ökosysteme sind widerstandsfähiger gegen Hitze, Trockenheit und Starkregen. Sie bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen und sichern natürliche Funktionen, auf die auch wir Menschen angewiesen sind.“
Der „Internationale Tag der biologischen Vielfalt“ erinnert jährlich am 22. Mai weltweit daran: Natur ist keine Selbstverständlichkeit. Ihr Schutz, ihre Erhaltung und Wiederherstellung sind eine gemeinsame Aufgabe. Und: Der anhaltende Verlust der biologischen Vielfalt wird auch für den Menschen zunehmend zum Problem.

