Zwischen Pretzsch, Jessen und Gallin im Landkreis Wittenberg werden in den kommenden zehn Jahren Auenlandschaften wiederhergestellt und der Wasserrückhalt in der Region verbessert. Für das Naturschutzgroßprojekt der Heinz Sielmann Stiftung haben Bundesumweltminister Carsten Schneider und Landesumweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Dienstag einen Förderscheck über rund 65 Millionen Euro an den Vorstandsvorsitzenden der Heinz Sielmann Stiftung, Jochen Paleit, überreicht.
Im Projektgebiet entlang der Elbe und Schwarzen Elster sollen unter anderem abgeschnittene Altarme und Altwässer wieder an die Flussläufe angebunden werden. Ziel ist es, typische Lebensräume der Auenlandschaft zu stärken, natürliche Prozesse wieder zu ermöglichen und der Sohleerosion, in Kooperation mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, dem Biosphärenreservat Mittelelbe sowie dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz, entgegen zu wirken.
„Das Projekt ist ein großer Gewinn für Sachsen-Anhalt“, betonte Willingmann. „In den kommenden Jahren werden der Wasserrückhalt von Elbe und Schwarzer Elster nachhaltig verbessert und die Artenvielfalt gestärkt. Das ist umso wichtiger, weil der Klimawandel auch in Sachsen-Anhalt fortschreitet und das Land schon heute zu den trockensten Bundesländern zählt. Wasser wird selbst in den Auenlandschaften zunehmend zur Mangelware, ist aber für die Kulturlandschaft und damit auch für die Landwirtschaft vor Ort existenziell.“
Schneider erklärte: „Intakte Auen sind überlebenswichtig für viele Tierarten, aber sie tun auch uns Menschen gut. Hier kann man die Schönheit der Natur unmittelbar erleben. Zugleich sind intakte Auen ein wirksamer Schutz für uns Menschen vor den Folgen des Klimawandels. Sie speichern Wasser, binden Kohlenstoff und wirken ausgleichend auf extreme Wetterereignisse wie Hochwasser und Dürre. Die Wiederherstellung der Flussauen entlang der Mittelelbe und der Schwarzen Elster ist ein zentraler Baustein für die naturnahe Entwicklung der Elbaue. Damit stärken wir das große Netz der natürlichen Infrastruktur, das wir erhalten und für den Klimawandel fit machen wollen“.
Insgesamt stehen für das Naturschutzgroßprojekt rund 71 Millionen Euro zur Verfügung. 64,8 Millionen Euro kommen aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) der Bundesregierung sowie aus Landesmitteln. Zudem stellt die Heinz Sielmann Stiftung noch Eigenmittel bereit. „So ein großes und umfangreiches Projekt durchzuführen funktioniert nur, wenn man den Rückhalt der Menschen in der Region hat“, erklärte Jochen Paleit. „Bereits in der dreieinhalbjährigen Planungsphase konnten wir auf die positive Erwartung in der Bevölkerung bauen. Den engen Austausch mit allen Anwohnern und Akteuren vor Ort werden wir weiter eng fortführen. Gemeinsam haben wir in den nächsten zehn Jahren viel vor!“

