Weiteres Ausflugsziel im Drömling: Umwelt-Staatssekretär Dr. Steffen Eichner hat heute am „Grünen Band“ bei Oebisfelde (Landkreis Börde) einen neuen Rundwanderweg eingeweiht. Der „Natur- und Kulturpfad“ startet und endet am 2024 eröffneten Aussichtsturm nahe des Ortsteils Breitenrode. Er bietet entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf rund 1,5 Kilometern 9 Stationen mit insgesamt 12 Infotafeln zu den Themen Naturschutz und Erinnerungskultur, darunter ein Arten-Memory, Landschaftspuzzle und zerteilte Skulpturen, die ihre Gestalt nur aus einer bestimmten Perspektive preisgeben.
Die Errichtung des Informationspfades im UNESCO-Biosphärenreservat Drömling wurde vom Umweltministerium mit rund 210.000 Euro finanziert und durch die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes (SUNK) umgesetzt.
Bei der Enthüllung der Infotafel am acht Meter hohen Aussichtsturm betonte Eichner: „Der einstige Todesstreifen ist für viele, auch seltene Tiere und Pflanzen ein ideales Rückzugsgebiet. Mit dem schrittweisen Ausbau der Infrastruktur für sanften Tourismus wird das Grüne Band auch für Menschen immer attraktiver. Auf dem neuen Rundwanderweg lassen sich die Naturschätze des Drömlings hautnah erleben und die historische Dimension der ehemaligen innerdeutschen Grenze nachvollziehen. Hier am Grünen Band trifft Natur auf Geschichte und Kultur.“
Hintergrund:
Der Drömling ist seit Mitte 2023 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Es umfasst eine Fläche von rund 45.370 Hektar; davon liegen ca. drei Viertel (34.070 Hektar) in Sachsen-Anhalt und etwa ein Viertel (11.300 Hektar) im benachbarten Niedersachsen. Der Drömling bietet durch seine Vielseitigkeit Lebensraum für zahlreiche seltene oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie etwa Schilfrohrsänger, Seeadler oder Biber. Zugleich ist er ein wichtiges Durchzugs- und Rastgebiet für Kraniche und Störche.
Biosphärenreservate dienen dem Naturschutz und sind darüber hinaus Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Hier soll beispielhaft erprobt werden, wie sich Klima- und Naturschutz gewinnbringend miteinander verbinden lassen.
Das „Grüne Band“ ist ein wertvoller Biotopverbund und zugleich ein lebendiges Denkmal der Erinnerung an die deutsche Teilung. Es verläuft auf rund 343 Kilometern durch Sachsen-Anhalt, umfasst eine Fläche von 4.754 Hektar und ist seit November 2019 per Gesetz als „Nationales Naturmonument“ ausgewiesen.

