Bodenschutz in Sachsen-Anhalt
Böden sind eine wichtige Lebensgrundlage und erfüllen vielfältige Funktionen für Mensch und Umwelt. Sie speichern Wasser, filtern Schadstoffe, bieten zahlreichen Organismen Lebensraum und ermöglichen die landwirtschaftliche Nutzung. Um diese Funktionen langfristig zu erhalten, schützt Sachsen-Anhalt seine Böden vor Belastungen wie Erosion, Verdichtung und Schadstoffeinträgen.
Boden ist der belebte Teil der obersten Erdkruste. Nach unten hin wird er durch festes oder lockeres Gestein der Lithosphäre begrenzt. Seine Mächtigkeit reicht von wenigen Zentimetern bis zu mehreren zehn Metern. Die Erdkruste ist Teil der durchschnittlich etwa 100 Kilometer dicken Lithosphäre, die aus tektonischen Platten mit den Kontinenten besteht. Zum Vergleich: Der Abstand von der Erdoberfläche bis zum Erdmittelpunkt beträgt rund 6.370 Kilometer. Daran wird deutlich, dass der Boden eine sehr dünne und zugleich besonders empfindliche Schicht ist, die besonderen Schutz benötigt.
Nach oben hin grenzt der Boden entweder an eine Vegetationsdecke als Teil der Biosphäre oder unmittelbar an die Atmosphäre. Er kann außerdem mit wasserbedeckten Bereichen der Erdoberfläche in Verbindung stehen und somit Teil der Hydrosphäre sein.
Böden entstehen durch das Zusammenwirken von Klima, Vegetation, Bodenorganismen, Mikroflora, Ausgangsgestein, Relief und menschlichen Einflüssen. Dieser Prozess wird als Pedogenese bezeichnet und führt dazu, dass sich – abhängig von den jeweiligen Standortbedingungen – eine Vielzahl unterschiedlicher Bodentypen entwickeln kann.
Bodenschutz umfasst alle Maßnahmen, die die natürlichen Funktionen des Bodens dauerhaft erhalten und sichern. Dazu gehören seine Funktionen als Lebensraum sowie als Filter und Puffer für stoffliche Entwicklungen. Ebenso ist der Boden eine unverzichtbare Grundlage für die Nahrungsmittelproduktion. Darüber hinaus speichern gesunde Böden Kohlenstoff und tragen zur Regulierung des Wasserhaushalts bei. Bodenschutz bedeutet deshalb, stoffliche und nichtstoffliche Belastungen so weit wie möglich zu vermeiden oder zu verringern. Grundsätzlich wird zwischen vorsorgendem und nachsorgendem Bodenschutz unterschieden.
Der vorsorgende Bodenschutz zielt darauf ab, mögliche Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und Beeinträchtigungen des Bodens von vornherein zu vermeiden. Wichtige rechtliche Grundlagen sind das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) und die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV).
Der nachsorgende Bodenschutz umfasst Maßnahmen zur Sanierung bereits belasteter Böden. Dabei handelt es sich häufig um Altlasten aus früheren Nutzungen, beispielsweise aus industriellen Tätigkeiten.
Böden sind ein wichtiges Reinigungs- und Puffersystem für Schadstoffe. Sie halten Schadstoffe zurück und verhindern so, dass diese in das Grund- oder Oberflächenwasser gelangen. Dabei können jedoch unterschiedliche Bodenfunktionen beeinträchtigt werden. Grundsätzlich wird zwischen stofflichen und nichtstofflichen Ursachen schädlicher Bodenveränderungen unterschieden.
Stoffliche Bodenveränderungen sind überwiegend vom Menschen verursacht. Sie entstehen durch den Eintrag von Chemikalien oder anderen Schadstoffen in Mengen, die die natürlichen Bodenfunktionen beeinträchtigen können. Beispiele hierfür sind PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen), Mineralölprodukte, organische Halogenverbindungen und Pflanzenschutzmittel. Sie können die Wirkungspfade Boden–Grundwasser, Boden–Mensch und Boden–Nutzpflanze beeinflussen.
Zu den stofflichen Belastungen zählen auch Altlasten. Dabei handelt es sich um stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen oder um Flächen, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert wurden (Altablagerungen). Dazu gehören außerdem Grundstücke, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen wurde (Altstandorte).
Nichtstoffliche Bodenveränderungen beeinträchtigen die natürlichen Bodenfunktionen, ohne dass Schadstoffe eingetragen werden. Dazu zählen insbesondere Versiegelung, Verdichtung sowie Bodenerosion und Bodenabtrag. Diese Veränderungen werden häufig durch menschliche Eingriffe verstärkt und lassen sich – im Gegensatz zu stofflichen Belastungen – nur schwer über Grenzwerte zur Gefahrenabwehr erfassen.
Was als „guter Boden“ gilt, hängt von der jeweiligen Betrachtungsweise und dem Nutzungszweck ab. Aus landwirtschaftlicher Sicht zeichnen sich gute Böden durch eine hohe Fruchtbarkeit und eine gute Nährstoffverfügbarkeit aus. Sie bilden die Grundlage für die Nahrungsmittelproduktion und erfüllen zugleich wichtige Funktionen: Sie speichern und filtern Wasser, tragen zur Regulierung des Klimas bei und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Zu den besonders fruchtbaren Böden zählen die Schwarzerden, die unter anderem in der Magdeburger Börde und im Raum südlich von Halle in Sachsen-Anhalt vorkommen. Informationen zu den sogenannten „100er Böden“, den am besten bewerteten Böden Deutschlands, bietet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.
Aus Sicht des Bodenschutzes ist ein Boden dann gut, wenn er ein gesundes und funktionsfähiges System bildet. Solche Böden haben sich über Jahrtausende entwickelt. Sie zeichnen sich durch eine ausgewogene Nährstoffversorgung sowie einen ausreichenden Humusgehalt aus. Da sich Böden nur sehr langsam regenerieren, kann jeder Eingriff ihre natürlichen Funktionen langfristig beeinträchtigen.
Als „schlechte Böden“ gelten dagegen Standorte, die stark vom Menschen beeinflusst wurden, beispielsweise durch Versiegelung oder Verdichtung. Dort ist das Bodenleben stark eingeschränkt, ebenso wie die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern und zu filtern. Da sich geschädigte Böden nur schwer oder gar nicht in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen lassen, ist ein schonender Umgang mit der Ressource Boden die wichtigste Grundlage des Bodenschutzes.
Ein fruchtbarer Boden liefert dauerhaft gute Erträge. Früher wurde die Bodenfruchtbarkeit vor allem über die Höhe der Erträge definiert. Heute wird der Boden jedoch als komplexes System betrachtet, dessen Fruchtbarkeit weit über die Versorgung mit den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium hinausgeht. Entscheidend sind das Zusammenspiel seiner physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften sowie die Abbau-, Um- und Aufbauprozesse im Boden.
Dabei spielen das Bodenleben (Edaphon) und der Humus eine zentrale Rolle. Obwohl die Bodenflora und -fauna zusammen mit der organischen Bodensubstanz nur etwa zehn Prozent der festen Bodensubstanz ausmachen, sind sie für die Bodengesundheit von entscheidender Bedeutung.
Humus umfasst die gesamte abgestorbene organische Substanz im Boden und dient den Bodenorganismen als Nahrungsgrundlage. Gleichzeitig prägt er die Eigenschaften des Bodens maßgeblich. In Deutschland dauert die Neubildung einer nur einen Zentimeter starken Humusschicht etwa 100 bis 300 Jahre. Deshalb können Eingriffe wie die Bodenbearbeitung, die Fruchtfolge oder die Bestandsführung der Kulturpflanzen die Bodenfruchtbarkeit langfristig beeinflussen.
Vereinfacht gilt: Ein gesunder Boden mit einem stabilen Bodengefüge und ausreichendem Humusgehalt ist die Grundlage für dauerhaft gute und stabile Erträge.
Böden gehören neben Luft und Wasser zu den natürlichen Lebensgrundlagen. Sie sind die Grundlage für die Erzeugung unserer Lebensmittel. Besonders ertragreiche Böden werden daher überwiegend landwirtschaftlich genutzt.
Darüber hinaus sind Böden Lebensraum für unzählige Organismen. Mikroorganismen zersetzen Laub und Erntereste und wandeln sie in für Pflanzen verfügbare Nährstoffe um. Gleichzeitig sind Böden ein Archiv der Natur- und Kulturgeschichte. Ihr Aufbau gibt Aufschluss über das Klima und die Umweltbedingungen vergangener Zeiten.
Außerdem speichern und filtern sie Wasser und enthalten wertvolle Bodenschätze. Als natürliche Kohlenstoffspeicher leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Eine besondere Bedeutung kommt dabei Moorböden zu. Sachsen-Anhalt stärkt deshalb den Moorbodenschutz mit verschiedenen Projekten. Weitere Informationen dazu finden Sie auf den Internetseiten des Landesamtes für Umweltschutz (LAU).
Als Bodenversiegelung bezeichnet man das Überdecken von Bodenflächen mit wasser- und luftundurchlässigen Materialien wie Asphalt, Beton oder Pflaster. Dadurch werden die natürlichen Bodenfunktionen erheblich beeinträchtigt. Der Austausch von Gasen mit der Atmosphäre wird stark eingeschränkt und Niederschläge können kaum noch in den Boden versickern. Dadurch wird der natürliche Wasserhaushalt gestört: Die Grundwasserneubildung geht zurück, während gleichzeitig das Risiko von Hochwasser steigt.
Versiegelte Böden verlieren außerdem ihre Fähigkeit zur Verdunstung und damit ihre kühlende Wirkung. Sie stehen auch nicht mehr als Lebensraum für Pflanzen und Tiere zur Verfügung. Langfristig wird auch die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigt, weil Wasser und Luft nicht mehr in den Boden gelangen. Dadurch gehen Bodenorganismen zurück oder sterben vollständig ab.
Bodenerosion bezeichnet den Abtrag von Bodenmaterial durch Wasser oder Wind. Sie führt zu Bodenverlusten und beeinträchtigt die natürlichen Bodenfunktionen sowie die Ertragsfähigkeit landwirtschaftlich genutzter Flächen. Darüber hinaus können durch Bodenerosion auch Schäden auf benachbarten Flächen sowie in Gewässern und Biotopen verursacht werden.
Mit dem Klimawandel nimmt das Risiko von Bodenerosion weiter zu. Insbesondere häufigere Starkregenereignisse und längere Trockenphasen erhöhen die Gefährdung landwirtschaftlich genutzter Böden. Dadurch steigt auch das Risiko, die Bodenfruchtbarkeit und wichtige Bodenfunktionen dauerhaft zu verlieren.
Auch in Sachsen-Anhalt stellt Bodenerosion ein bedeutendes Problem dar. Sie tritt vor allem in den bergigen und hügeligen Regionen im Süden und Südwesten des Landes auf. Besonders gefährdet sind die landwirtschaftlich genutzten Flächen des Unterharzes, die lockeren Lössböden des östlichen und nördlichen Harzvorlandes sowie die fruchtbaren Gebiete der Magdeburger Börde und der Querfurter Platte.
Windbedingte Bodenerosion kommt vor allem in der Altmark sowie in Teilen des Flämings und der Dübener Heide vor. Ursache ist die hohe Erosionsanfälligkeit der dort vorherrschenden sandigen bis lehmig-sandigen Böden.
In den vergangenen Jahren traten in Sachsen-Anhalt verstärkt Extremwetterereignisse wie Starkregen und starke Winde auf. Die dadurch verursachten Bodenabträge, Staubverwehungen und lokalen Überschwemmungen führten regional zu erheblichen Schäden an privatem Eigentum, in der Landwirtschaft sowie an der kommunalen und ländlichen Infrastruktur.
Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG) befasst sich intensiv mit dem Thema Bodenerosion und hat einen Beratungsleitfaden zum Umgang mit Bodenerosion und Sturzfluten herausgegeben.
Als Reaktion auf die Erosionsereignisse im Jahr 2011 im Raum Riestedt und Pölsfeld hat die Landesregierung Sachsen-Anhalts im Jahr 2012 ein Erosionsschutzkonzept für den ländlichen Raum verabschiedet. Dieses wird schrittweise umgesetzt.
Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG) stellt auf ihren Internetseiten weitere Informationen zum landwirtschaftlichen Bodenschutz sowie zu den Erosionsgefährdungskarten für Sachsen-Anhalt bereit.
Grundsätzlich können Böden sich regenerieren. Dieser Prozess verläuft jedoch langsam und erfordert gezielte Maßnahmen. Dazu gehört vor allem die Wiederanreicherung von Humus, die Verbesserung der Porenstruktur und die Förderung der biologischen Aktivität.
Wichtige Ansätze sind der Eintrag organischer Substanzen wie Kompost oder Mist, eine schonende Bodenbearbeitung, eine dauerhafte Begrünung durch Zwischenfrüchte, vielfältige Fruchtfolgen und der Verzicht auf schwere Maschinen, um Bodenverdichtungen zu vermeiden.
Böden, deren natürliche Funktionen beeinträchtigt wurden, können sich teilweise regenerieren. Dieser Prozess verläuft jedoch sehr langsam und kann nur unterstützend vom Menschen begleitet werden.
Wichtige Maßnahmen sind ein gezielter Humusaufbau durch angepasste Bewirtschaftung und Düngung, der Einsatz von Mulch und eine dauerhafte Bodenbedeckung.
Sind Böden bereits durch Schadstoffe belastet, können gezielte Sanierungsmaßnahmen zu ihrer Verbesserung beitragen. Die Wiederansiedlung von Bodenflora und -fauna benötigt jedoch viel Zeit und erreicht in der Regel nicht den ursprünglichen Zustand.
Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Schutzgut Boden. Durch eine angepasste Nutzung und Bearbeitung lassen sich vorhandene Ressourcen – insbesondere die wertvolle Humusschicht – langfristig erhalten.
Schadstoffe sind chemische Verbindungen, die aufgrund ihrer Eigenschaften und Konzentrationen schädlich für Menschen und Umwelt sein können. Sie gelangen auf unterschiedliche Weise in den Boden, entweder durch natürliche Prozesse oder durch vom Menschen verursachte (anthropogene) Einträge.
Sind Schadstoffe erst einmal in den Boden eingedrungen, können sie negative Auswirkungen auf Umwelt, Pflanzen, Tiere und Menschen haben. Ein Teil der Substanzen bindet sich an Tonminerale, Eisenoxide oder Humus und wird dadurch langfristig im Boden gespeichert. Gleichzeitig können sich die Schadstoffe dort anreichern. Ist die Bindungs- und Speicherfähigkeit des Bodens erschöpft oder werden die Schadstoffe beweglicher, werden sie mit dem Bodenwasser weitertransportiert. So können sie in tiefere Bodenschichten gelangen und schließlich das Grundwasser belasten.
Schadstoffeinträge beeinträchtigen zudem die Bodenlebewesen. Mikroorganismen, Regenwürmer und andere Organismen können in ihrer Aktivität gestört werden oder sogar sterben. Dadurch verschlechtern sich wichtige Bodenfunktionen und die Fruchtbarkeit des Bodens nimmt ab. Über die Wurzeln können Schadstoffe in Pflanzen gelangen und so in die Nahrungskette von Mensch und Tier aufgenommen werden.
Schadstoffe beeinträchtigen somit die natürlichen Funktionen des Bodens. Bei starken oder langanhaltenden Belastungen kann der Boden dauerhaft geschädigt werden. Eine Wiederherstellung ist dann nur mit erheblichem Aufwand möglich.
Aufgrund seiner industriellen und bergbaulichen Geschichte ist Sachsen-Anhalt besonders von Altlasten und deren ökologischen Folgen geprägt.
Mehr als 80 Prozent der chemischen Industrie der ehemaligen DDR waren dort angesiedelt. In industriellen Ballungsräumen und an Chemiekomplexen sind deshalb zahlreiche Flächen verunreinigt.
Zudem ist das Land durch ausgedehnte Bergbaufolgelandschaften geprägt. Die damit verbundene Veredelungsindustrie – darunter Energieerzeugung, Braunkohleveredlung, Hütten-, Kali- und Chemieproduktion – hat ebenfalls dauerhafte Belastungen und Veränderungen der Böden hinterlassen.
Laut Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) sind Altlasten Altablagerungen und Altstandorte, von denen schädliche Bodenveränderungen oder andere Gefahren für einzelne Menschen oder die Allgemeinheit ausgehen.
Die Beseitigung von Altlasten erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst werden altlastverdächtige Altstandorte und Altablagerungen erfasst. Anschließend erfolgt eine Gefährdungsabschätzung. Je nach Ergebnis werden Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.
Durch die Altlastensanierung wird der Umweltzustand verbessert. Ehemals belastete Flächen können anschließend wieder genutzt werden.
Die Sanierung von Altlasten stellt Sachsen-Anhalt vor große Herausforderungen. Die Landesregierung hat umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um Altlasten zu erfassen, zu bewerten und zu sanieren.
Weitere Informationen bieten das Landesamt für Umweltschutz (LAU) sowie die Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF).
In Sachsen-Anhalt sind verschiedene Behörden für den Bodenschutz zuständig. Das zuständige Ministerium ist die oberste Bodenschutzbehörde. Das Landesverwaltungsamt ist die obere Bodenschutzbehörde. Die Landkreise und kreisfreien Städte sind die unteren Bodenschutzbehörden.
Eine Sonderrollen spielen dabei jeweils die Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) und das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB). Während die LAF in den ausgewiesenen ökologischen Großprojekten (ÖGP) die zuständige Bodenschutzbehörde ist, ist das LAGB die Bodenschutzbehörde für Flächen, die sich in der Bergaufsicht befinden.
Das Landesamt für Umweltschutz (LAU) ist die Fachbehörde der obersten Bodenschutzbehörde. Es betreibt ein Netz von Flächen, die den Boden über einen längeren Zeitraum beobachten. Außerdem betreibt es ein Fachsystem, das Daten und Informationen zu schädlichen Bodenveränderungen, Altlasten, altlastverdächtigen Flächen und Bodenerosionsereignissen sammelt.
Mit vielen kleinen Maßnahmen kann jeder einen Beitrag zum Bodenschutz leisten. Schon im eigenen Garten und rund ums Haus lässt sich viel bewirken.
Chemie im Garten vermeiden
Pestizide und chemisch-synthetische Unkrautvernichter schädigen Bodenorganismen und können die Bodenfruchtbarkeit langfristig beeinträchtigen. Umweltfreundliche Alternativen wie Hacken, Mulchen oder der Einsatz eines Fugenkratzers schonen das Bodenleben und vermeiden Schadstoffeinträge.
Torffreie Erde nutzen
Der Abbau von Torf zerstört auch in Deutschland Moore. Diese sind wichtige Lebensräume sowie Kohlenstoff- und Wasserspeicher. Torffreie Erden sind im Handel erhältlich und entsprechend gekennzeichnet.
Keine Stein- oder Schottergärten anlegen
Schotter- und Steingärten verdichten und versiegeln den Boden. Dadurch kann Regenwasser schlechter versickern, der Boden trocknet aus und verliert an Fruchtbarkeit. Gleichzeitig steigt bei Starkregen das Risiko von Überschwemmungen.
Vor allem im Sommer speichern Steine Wärme und geben sie auch nachts wieder ab. Pflanzenreiche Vorgärten können hingegen durch Verdunstung die Luft abkühlen und bieten Insekten, Vögeln und anderen Kleintieren wertvollen Lebensraum.
Streusalz vermeiden
Streusalz erhöht die Konzentration von Natrium- und Magnesiumsalzen im Boden entlang von Gehwegen und Straßen. Über das Schmelzwasser gelangt es in den Boden und kann sich dort über viele Jahre anreichern. Schäden an Pflanzen treten häufig erst zeitverzögert auf.
Ein zu hoher Salzgehalt beeinträchtigt die Nährstoffversorgung der Pflanzen, da wichtige Nährstoffe stärker ausgewaschen werden und die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen erschwert wird. Umweltverträglichere Alternativen bei Schnee und Glätte sind beispielsweise Schneeschieber, Besen, Kies, Splitt oder Sand.
Weitere Hinweise und ausführliche Informationen bietet die Broschüre
