Wie lassen sich digitale Daten länger sicher speichern? Darauf hat Prof. Dr. Julian Thiele von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eine vielversprechende Antwort. Der Professor für Organische Chemie entwickelte im Projekt „3DPartForm“ eine Technologie, mit der sich Mikropartikel durch Unter- und Überdruck gezielt an bestimmten Stellen positionieren lassen. Diese innovative Technologie soll jetzt neue Möglichkeiten zur langfristigen Sicherung digitaler Daten schaffen, die über heutige halbleiter-basierte Speichertechnologien hinausgehen.
Die Mikropartikel-Forschung im Projekt „3DPartForm“ wurde vom Europäischen Forschungsrat ERC über einen so genannten Starting Grant von 2020 bis 2026 mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Im Anschlussprojekt „AMPALIS“ will Thiele nun die Basis dafür legen, die neue Technologie wirtschaftlich nutzbar zu machen. Durch die Verbindung mit exakter Robotertechnik sollen flache (2D) oder räumliche (3D) Partikelstrukturen entwickelt werden, die besonders langlebig sind und Daten so zuverlässig sowie fehlerfrei speichern können. Dabei steht der gesamte Prozess im Fokus – von der Herstellung der Mikropartikel und dem Aufbau erforderlicher technischer Geräte über das Speichern und Auslesen von Daten bis hin zu Marktuntersuchung und der Entwicklung eines Geschäftsplans.
Auch dieses Konzept überzeugt und wurde vom ERC mit dem Exzellenzsiegel („Seal of Excellence“) ausgezeichnet: Auf dieser Basis hat Thiele für das Folgeprojekt „AMPALIS“ nun ebenfalls Drittmittel eingeworben – 150.000 Euro fließen aus einer neuen Pilotmaßnahme des Bundesforschungsministeriums für herausragende Forschungsprojekte in Zukunftstechnologien. Damit werden Forschende, die bereits eine ERC-Förderung (Grant) erhalten haben, dabei unterstützt, das Anwendungspotenzial ihrer Ergebnisse nachzuweisen und den Transfer von exzellenter Pionierforschung hin zu konkreten Innovationen voranzutreiben.
Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann gratuliert: „Mein herzlicher Glückwunsch zum Erfolg im harten Forschungswettbewerb. Wer wie Prof. Thiele hier Mittel einwirbt, überzeugt mit viel Expertise und einer spannenden Vision zu einem echten Zukunftsthema. Sein Vorhaben, digitale Daten fälschungssicher und langfristiger speichern zu können, als mit herkömmlicher Halbleiter-Technik, hat großes wirtschaftliches Potenzial. Und es zeigt einmal mehr: Sachsen-Anhalt kann Zukunftstechnologien!“
Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de, Facebook, Instagram, LinkedIn, Tiktok, X und Bluesky.
