Biologin Dr. Mariana Schuster vom Leibniz-IPB erhält 1,5 Mio. Euro
Zweiter „Starting Grant“ geht nach Halle // Willingmann: Saalestadt wird zum Hotspot der europäischen Forschungsförderung
„Halle ist aktuell ein Hotspot der europäischen Forschungsförderung“, sagt Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann. Grund: Mit der Biologin Dr. Mariana Schuster vom Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) erhält in der aktuellen Wettbewerbsrunde die zweite Forscherin aus der Saalestadt einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrates ERC. Damit verbunden sind 1,5 Millionen Euro für ihr Projekt FRONTERA zur Pflanzenimmunität. Durch die Unterstützung kann sie in den kommenden fünf Jahren erforschen, wie die gezielte Spaltung von Membranproteinen die Immunabwehr von Pflanzen steuert.
Willingmann gratuliert: „Herzlichen Glückwunsch zu diesem herausragenden Erfolg. Das Forschungsprojekt klingt spannend und hat im harten Wettbewerb auf europäischer Ebene überzeugt. Der Starting Grant ist ein heiß begehrtes Gütesiegel – einen solchen beim ERC einzuwerben, zeugt von Expertise, Ehrgeiz und einer Vision. Besonders freue ich mich, dass das Projekt eine klare Anwendungsperspektive hat. So könnten die Erkenntnisse langfristig zur Züchtung widerstandsfähigerer Kulturpflanzen beitragen – ein Beitrag zur nachhaltigen Landwirtschaft, auch und gerade im Zuge des fortschreitenden Klimawandels.“
Das Projekt FRONTERA liegt an der Schnittstelle zwischen Pflanzenbiologie, Biochemie und Immunologie. Die Forschenden aus Halle wollen dabei erstmals die Gesamtheit der an der Zellmembran aktiven Enzyme sowie Rezeptoren, welche für die Immunantwort von Pflanzen auf Krankheitserreger verantwortlich sind, systematisch erfassen.
Mariana Schuster studierte Biologie in Bogotá und Heidelberg und promovierte am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg über pflanzenpathogene Pilze. Die deutsch-kolumbianische Wissenschaftlerin forschte in Cambridge und Oxford, war Marie-Skłodowska-Curie-Stipendiatin und wurde 2018 als exzellente Nachwuchsforscherin für die Teilnahme an der Lindauer Nobelpreisträgertagung ausgewählt. Seit 2023 leitet sie die unabhängige Nachwuchsgruppe „Rezeptorbiochemie“ am IPB.
Der „Starting Grant“ ist der höchstdotierte europäische Forschungspreis für wissenschaftlichen Nachwuchs. Für die Ausschreibung 2026 bewarben sich weltweit 4.807 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen; gefördert werden 421 Projekte, davon 89 an Instituten in Deutschland.
Weiterer „Starting Grant“ geht ans UFZ
Zu den Preisträgerinnen in der aktuellen Wettbewerbsrunde gehört auch die Hydrologin Dr. Larisa Tarasova vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle. Sie will erforschen, wie bestehende Strukturen der Erdoberfläche die Wasserdynamik prägen, um Extremereignisse wie Hochwasser und Dürren künftig zuverlässiger vorhersagen zu können (siehe
