Realisierung des Zukunftszentrums Deutsche Einheit rückt näher
Willingmann und Klingbeil setzen ersten Spatenstich für Umbau des Riebeckplatzes in Halle
Die erste bauliche Weichenstallung für die Realisierung des Zukunftszentrums Deutsche Einheit und Europäische Transformation ist erfolgt: Gemeinsam mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, der Staatsministerin und Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser, sowie Halles Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt hat Sachsen-Anhalts stellvertretender Ministerpräsident Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Donnerstag mit einem ersten symbolischen Spatenstich den offiziellen Startschuss für die Umgestaltung des Riebeckplatzes in Halle gegeben. Der umfassende Umbau des zentralen Verkehrsknotens ist notwendig, um das Baufeld für das künftige Zentrum freizumachen.
„Das Zukunftszentrum Deutsche Einheit braucht einen Standort, der seiner bundesweiten Bedeutung gerecht wird“, betonte Willingmann. „Deshalb geht es beim Umbau des Riebeckplatzes um weit mehr als die reine Neuordnung von Straßen und Brücken. Hier entsteht jetzt das Umfeld für ein Haus, das künftig Wissenschaft, Kultur und gesellschaftlichen Dialog zusammenbringen wird. Das mit seiner täglichen Arbeit Strahlkraft weit über Halle und Sachsen-Anhalt hinaus entwickeln wird. Ich freue mich sehr, dass mit dem heutigen Spatenstich zum Umbau des Riebeckplatzes die Realisierung des Zukunftszentrums näher rückt.“
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil erklärte: „Mit dem heutigen Spatenstich wird sichtbar: das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation kommt. Hier am Riebeckplatz entsteht ein Ort, der die Erfahrungen der Menschen mit den Umbrüchen seit 1989 greifbar macht und zugleich den Blick nach vorn richtet. Das Zukunftszentrum wird Menschen zusammenbringen – zum Austausch darüber, was uns geprägt hat, was uns heute bewegt, und wie wir unser Land gemeinsam gestalten können. Gerade in einer Zeit, in der wir erneut tiefgreifende Veränderungen erleben, ist das wichtiger denn je.“
Die Gesamtkosten für die Umgestaltung des Riebeckplatzes werden auf rund 58 Millionen Euro geschätzt. Für den dann folgenden Bau des Zukunftszentrums wird der Bund 277 Millionen Euro bereitstellen. Die Entscheidung für Halle als Standort des Zukunftszentrums war vor drei Jahren getroffen worden. Eine von der damaligen Bundesregierung eingesetzte, unabhängige Expertenjury sprach am 14. Februar 2023 eine Standortempfehlung für Halle aus. Das Bundeskabinett folgte dieser Empfehlung der Jury und stimmte der Ansiedlung am 1. März 2023 offiziell zu. Halle setzte sich im Finale des Standortwettbewerbs gegen die Mitbewerber Frankfurt (Oder), Eisenach, Jena sowie Leipzig im Verbund mit Plauen durch.
Wissenschaftsminister Willingmann hatte seinerzeit innerhalb des Kabinetts und in der Öffentlichkeit für Halle geworben und ist davon überzeugt, dass die Stadt enorm von der Ansiedlung des Zentrums profitieren wird: „Halle ist eine Wissenschafts- und Kulturmetropole und hat mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie zahlreichen weiteren wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen bereits heute große Strahlkraft. Mit dem geplanten Zukunftszentrum, das Wissenschaft, Kultur und gesellschaftlichen Dialog miteinander verbinden soll, wird Halle weiter an Attraktivität hinzugewinnen.
Halles Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt erläuterte: „Dieser Tag markiert den Aufbruch unserer Stadt in die Zukunft. Denn mit dem Umbau des Riebeckplatzes beginnen nun auch sichtbar die Vorarbeiten für den Bau des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation und damit für den bedeutendsten städtebaulichen Impuls, den Halle (Saale) seit der Wende erlebt hat. Der Riebeckplatz, der heute als autobahnähnlicher Verkehrsknoten Menschen eher durch die Stadt hindurchleitet als sie einzuladen, wird zu einem urbanen Lebensraum: mit mehr Grün, mit besseren Wegen für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer. Wir denken ein heute hochproblematisches Areal komplett neu. Ohne die Verlässlichkeit unserer Bundes- und Landesregierung wäre dies so nicht möglich. Hier am Riebeckplatz agieren die verschiedenen staatlichen Ebenen Hand in Hand: Bund, Land und Kommune.“
Neben dem Riebeckplatz werden auch die angrenzenden Verkehrsflächen neu gestaltet. Die Delitzscher Straße und der Hans-Dietrich-Genscher-Platz erhalten eine verbesserte und großzügigere Fuß- und Radwegeanbindung. Weitere Maßnahmen umfassen den Neubau von Geh- und Radwegbrücken, Tunnellösungen sowie die Gestaltung der Freiflächen rund um das künftige Zukunftszentrum. Damit wird zugleich die Voraussetzung dafür geschaffen, dass sich der Riebeckplatz langfristig von einem stark verkehrsgeprägten Knotenpunkt zu einem urbanen Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität entwickeln kann.
Das Zukunftszentrum wird die Bereiche Wissenschaft, Dialog und Kultur miteinander verbinden. Vorgesehen sind unter anderem inter- und transdisziplinäre Forschung, Veranstaltungen, Ausstellungen und neue Beteiligungs- und Dialogformate. Bis 2032 soll die Betreibergesellschaft des Zentrums auf rund 150 Beschäftigte anwachsen.
Mit dem Umbau des Riebeckplatzes und dem anschließenden Bau des Zukunftszentrums wird diese Entwicklung nun auch baulich sichtbar. Der neue Riebeckplatz soll künftig nicht nur das Umfeld des Zukunftszentrums bilden, sondern zugleich ein neues, attraktives Eingangstor zur Halleschen Innenstadt werden.
