Technologiezentrum für Drohnensicherheit wird in Cochstedt eröffnet
Willingmann hält Forschung zur Abwehr von Drohnen angesichts zunehmender Sabotage und Spionage für notwendig
Wenn es um die Sicherheit unbemannter Fluggeräte und die Abwehr missbräuchlich eingesetzter Drohnen geht, richtet sich der Blick zunehmend auf Sachsen-Anhalt: Am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt wird im Beisein von Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Dienstag das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit eröffnet. Willingmann hatte sich in den vergangenen Monaten immer wieder für die Erweiterung des DLR-Standortes beim Bund stark gemacht und begrüßt die Ansiedlung angesichts der veränderten Sicherheitslage ganz ausdrücklich.
„Wir erleben eine neue sicherheitspolitische Realität“, betont Willingmann. „Die Spionage- und Sabotagegefahr wächst in Deutschland und nicht zuletzt auch bei uns im Lande, wie der jüngste Vorfall am Flughafen Halle/Leipzig zeigt. Wir haben kritische Infrastrukturen, Militär- und Industrieanlagen, die geschützt werden müssen. Deshalb halte ich es für notwendig und richtig, dass wir nicht nur im zivilen, sondern auch im militärischen Bereich in die Drohnenforschung und insbesondere in die Abwehr von unbemannten Flugobjekten investieren.“
Nach Angaben der Polizei gab es im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 28 sicherheitsrelevante Drohnenvorfälle. Erst Anfang August war am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an.
Das neue Technologiezentrum soll die Entwicklung von Technologien und Verfahren für sicherheitsrelevante Aspekte des Drohnenbetriebs und der Drohnenabwehr unterstützen. Dabei soll insbesondere untersucht werden, wie Systeme zur Erkennung, Bewertung und Abwehr von Drohnen beispielsweise im Umfeld von Flughäfen eingesetzt werden können. Das mögliche Anwendungsspektrum reicht von der Gefahrenanalyse über die Gefahrenabwehr bis hin zur Unterstützung konkreter Einsatzmaßnahmen.
Seit 2021 betreibt das DLR am Flughafen in Cochstedt das Nationale Erprobungszentrum für unbemannte Flugsysteme. Willingmann hatte sich zuvor intensiv dafür eingesetzt, den zuvor insolventen Verkehrsflughafen in einen Forschungsflughafen umzuwandeln. Die erfolgreiche Entwicklung des Standorts ist daher kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Arbeit. „Ich habe mich seit 2018 konsequent dafür eingesetzt, Cochstedt zu einem bundesweit führenden Drohnen-Forschungsstandort zu entwickeln“, so Willingmann. Umso erfreulicher sei es, dass der Bund sein Engagement mit der Finanzierung des neuen Technologiezentrums jetzt weiter erhöhe.
Aktuell arbeiten am Standort 55 Beschäftigte; perspektivisch soll die Zahl auf bis zu 65 steigen. Der Erprobungsbetrieb findet an 230 Tagen im Jahr statt. Rund die Hälfte entfällt auf externe Nutzer, die andere Hälfte auf DLR-Aktivitäten. Im Jahr 2025 wurden rund 1.500 Flugbewegungen mit unbemannten Flugsystemen (UAS) verzeichnet. Für 2026 wird erneut mit einem Anstieg gerechnet.
