Offizielle Website – Bundesrepublik Deutschland
Logo

Larisa Tarasova vom UFZ will Vorhersage für Extremereignisse verbessern

Willingmann gratuliert Forscherin aus Halle zu millionenschwerem Erfolg: „Starting Grant ist Goldstaub der EU-Forschungsförderung“

Larisa Tarasova vom UFZ will Vorhersage für Extremereignisse verbessern

Großartiger Erfolg für den Wissenschaftsstandort Sachsen-Anhalt: Der Europäische Forschungsrat (ERC) vergibt einen mit rund 1,5 Millionen Euro dotierten „Starting Grant“ an Dr. Larisa Tarasova vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle (Saale). Mithilfe der Förderung will die Hydrologin erforschen, wie bestehende Landschaftsstrukturen auf verschiedenen räumlichen Ebenen die Wasserdynamik prägen. Ziel ist es, Extremereignisse wie Hochwasser und Dürren, die im Zuge des fortschreitenden Klimawandels zunehmen dürften, anhand bestehender Strukturen der Erdoberfläche künftig zuverlässiger vorhersagen zu können.

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann gratuliert: „Grants sind der Goldstaub der EU-Forschungsförderung. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch! Der Erfolg von Dr. Larisa Tarasova in diesem harten Wettbewerb ist ein Beleg für ihre starke Expertise und klugen Ideen in einem zukunftsweisenden Forschungsfeld, das auch für Sachsen-Anhalt von großer Bedeutung ist. Denn auch unser Bundesland dürfte durch den fortschreitenden Klimawandel künftig verstärkt von Extremwetter-Ereignissen betroffen sein. Der Erfolg von Dr. Larisa Tarasova kommt nicht von ungefähr und ist auch keine Eintagsfliege. Im Gegenteil: Sachsen-Anhalt hat sich inzwischen fest auf der ERC-Landkarte für Spitzenforschung etabliert. Und das ist ein Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wissenschaftslandschaft insgesamt.“

Der „Starting Grant“ ist der höchstdotierte europäische Forschungspreis für wissenschaftlichen Nachwuchs. Er unterstützt talentierte Forschende dabei, nach der Promotion eine eigene Forschungsgruppe aufzubauen und sich als Projektleiter zu etablieren. Larisa Tarasova ist eine von europaweit nur 113 Forschenden, die sich in der aktuellen Runde mit ihrem Projektantrag unter 1.261 Einreichungen im Bereich Lebenswissenschaften durchgesetzt haben.

Larisa Tarasova schloss 2015 an der Leibniz-Universität Hannover den Masterstudiengang in Wasserressourcen- und Umweltmanagement ab und wurde 2020 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg promoviert. Sie forscht seit 2016 am UFZ-Department „Catchment Hydrology“ in Halle (Saale) und ist dort seit 2024 Leiterin der Arbeitsgruppe „Dynamik von Einzugsgebieten und hydrologische Extreme“. Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf dem Verständnis der Einflussfaktoren und Entstehungsprozesse von hydrologischen Extremereignissen in Deutschland und Europa.

Im Rahmen ihres Projekts „earth.zip“ will Larisa Tarasova nun hydrologische Modelle verbessern, um genauere Vorhersagen zur Veränderung von Wasserressourcen zu ermöglichen. Dabei legt sie den Fokus auf den Einfluss bestehender Strukturen der Erdoberfläche – von großräumigen Gebirgszügen und Ebenen bis hin zu kleinräumigeren Bergrücken und Tälern. Diese markanten Reliefmuster bestimmen mit, wie Wasser und Stoffe gespeichert sowie schließlich in Flüsse und Ozeane gelangen, werden in herkömmlichen hydrologischen Modellen bislang jedoch nicht erfasst.

Um das zu ändern, setzt die Hallenser Forscherin auf so genannte Wavelets. Mit diesen mathematischen Funktionen lassen sich Signale wie Satellitendaten und Drohnenbilder analysieren, wodurch sowohl große Formen als auch winzige Landschaftsdetails zu erkennen und für KI leicht zu interpretieren sind. Durch die Verknüpfung mit thermischen Infrarot- und Isotopenmessungen will sie erforschen, wie sich Strukturen an der Erdoberfläche und im Untergrund zwischen Land und Fließgewässern gegenseitig beeinflussen. Diese Forschungsergebnisse sollen dann in hydrologische Modelle integriert werden, um Vorhersagen genauer zu machen.