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EU-Förderung soll Trinkwasserversorgung im Raum Magdeburg stärken

Umweltministerium unterstützt Planungen für neues Wasserwerk an der Elbe mit 2,2 Mio. Euro // Willingmann: „Klimawandel wird zum Stresstest“

EU-Förderung soll Trinkwasserversorgung im Raum Magdeburg stärken

Sachsen-Anhalt stellt die Wasserversorgung im Land zukunftsfest auf. Mit finanzieller Unterstützung durch das Umweltministerium werden jetzt im Zuge einer Machbarkeitsstudie die Grundlagen für ein neues Wasserwerk an der Elbe gelegt, um die Trinkwasserversorgung im Raum Magdeburg langfristig zu sichern. Den Förderbescheid über gut 2,2 Millionen Euro aus EU-Mitteln überreichte Minister Prof. Dr. Armin Willingmann heute an Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris und den Geschäftsführer der Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH (TWM), Dr. Alexander Ruhland.

Die TWM zählt zu den großen Wasservorlieferanten in Sachsen-Anhalt; sie beliefert auf einem Drittel der Landesfläche zahlreiche Stadtwerke und Zweckverbände, die wiederum rund 750.000 Einwohner versorgen. Dafür nutzt die TWM vorrangig Grundwasser aus dem Westfläming und der Colbitz-Letzlinger-Heide; letzteres wird zusätzlich mit filtrierten Oberflächenwasser aus der Ohre angereichert, um den Bedarf zu decken. Trotzdem arbeitet das Wasserwerk Colbitz an der Kapazitätsgrenze: An Spitzentagen leistet das Werk mehr als 95 Prozent der Aufbereitungskapazität. Mit Blick auf künftig steigende Wasserbedarfe durch den fortschreitenden Klimawandel und wirtschaftliche Ansiedlungen untersucht die TWM daher den Bau eines neuen Wasserwerks, um künftig auch Elbewasser für die Versorgung zu nutzen.

Minister Willingmann sagte: „Die Klimaveränderungen werden zum Stresstest für unsere Wasserversorgung. Deshalb stellen wir uns auf die erwartete Zunahme von länger anhaltenden Trockenperioden ein und unterstützen landesweit Investitionen in die Infrastruktur. Das geplante Elbe-Wasserwerk könnte die Wasserversorgung in der Region Magdeburg und in der Börde langfristig sichern sowie auch steigende Wasserbedarfe im entstehenden Hightech-Park südwestlich der Landeshauptstadt abdecken. Die jetzt geförderte Machbarkeitsstudie ist dafür der erste wichtige Schritt. Weitere Investitionen und Förderungen müssen folgen.“

Oberbürgermeisterin Simone Borris unterstrich: „Eine leistungsfähige Wasserversorgung ist eine zentrale Grundlage für die weitere Entwicklung Magdeburgs und der gesamten Region – für die Menschen ebenso wie für die Wirtschaft. Mit der Machbarkeitsstudie schaffen wir eine wichtige Voraussetzung, um diese Entwicklung langfristig abzusichern. Mein Dank gilt dem Land Sachsen-Anhalt für die Förderung der Machbarkeitsstudie.“

TWM-Geschäftsführer Dr. Alexander Ruhland ergänzte: „Historisch gesehen war die Elbe immer eine wichtige Ressource für den Wasserbedarf im Raum Magdeburg. So wurde Wasser aus der Elbe im ehemaligen Wasserwerk Buckau bis 1990 zu Betriebswasser für die Industrie aufbereitet. Mit Unterstützung durch EU-Mittel wollen wir nun prüfen, wie die Elbe zukünftig unter Beachtung moderner Standards wieder als Wasserressource für den Raum Magdeburg genutzt werden kann.“

Mit der Machbarkeitsstudie werden die Grundlagen für den geplanten Neubau des Elbe-Wasserwerks im Raum Magdeburg gelegt. Dazu gehören auch Vorplanungen zur Anbindung in das bestehende Fernleitungsnetz der TWM sowie an bedeutende Wirtschaftsstandorte wie etwa den Hightech-Park. Dafür werden insgesamt knapp 3,2 Millionen Euro investiert. Die 70-prozentige Förderung in Höhe von gut 2,2 Millionen Euro kommt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Um notwendige Investitionen in das Trinkwassersystem in Sachsen-Anhalt zu unterstützen, hatte das Umweltministerium kurzfristig Mittel in Höhe von 83,1 Millionen Euro aus anderen EU-Förderprogrammen umgeschichtet. Über das Programm „Förderung einer resilienten Wasserversorgung“ können jetzt etwa der Bau neuer Wasserwerke und Verbundleitungen bezuschusst werden.