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Initiativen aus Sachsen-Anhalt können sich bis 15. November anmelden

Stippvisite im Repair Café Wernigerode: Willingmann wirbt für Abfallvermeidung und Teilnahme an europaweiter Aktionswoche

Initiativen aus Sachsen-Anhalt können sich bis 15. November anmelden

Mehrweg statt Einweg, reparieren statt wegwerfen, wiederverwenden statt neu kaufen – jeder kann im Alltag Abfall vermeiden. „Wer mit dem Stoffbeutel einkaufen geht, unterwegs einen Mehrweg-Kaffeebecher nutzt oder zuhause Lebensmittel richtig lagert, der schont die Umwelt, natürliche Ressourcen und oftmals auch die eigene Geldbörse“, sagt Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann.

 

Abfall und Geld lassen sich auch besonders gut sparen, wenn defekte Möbel oder hochwertige Technik repariert werden. „Wer sich dies aber nicht allein zutraut, der ist in einem Repair Café gut aufgehoben. Landesweit gibt es viele solcher Initiativen, bei den ehrenamtliche Tüftler defekten Geräten ein zweites Leben schenken“, betonte Willingmann gestern Abend beim Besuch des Repair Cafés in Wernigerode (Landkreis Harz). Dort rief er mit Blick auf die anstehende „Europäische Woche der Abfallvermeidung“ (21. bis 29. November 2026) die Menschen in Sachsen-Anhalt dazu auf, das eigene Konsumverhalten regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen.

 

Der Minister ging dabei mit gutem Beispiel voran: Er brachte den Wernigeröder Reparatur-Experten ein defektes Telefon mit, das nun nicht auf dem Wertstoffhof landet. Willingmann verwies in diesem Zusammenhang auf das „Recht auf Reparatur“, das EU-weit seit Ende Juli 2026 gilt. Hersteller müssen defekte Haushaltstechnik wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Smartphones nach Ablauf der zweijährigen Gewährleistung zu einem angemessenen Entgelt instand setzen. Entscheidet sich der Käufer bei einem Defekt innerhalb der Gewährleistungsfrist für eine Reparatur, so verlängert sich die Gewährleistung um ein Jahr auf insgesamt drei Jahre ab Kaufdatum. Um die Reparatur durch unabhängige Anbieter oder ehrenamtliche Initiativen zu erleichtern, sind die Hersteller zudem verpflichtet, Ersatzteile und Werkzeuge zu angemessenen Preisen anzubieten. Darüber hinaus darf die Reparierbarkeit nicht durch das Design verhindert werden. „Das alles stärkt Verbraucherrechte und nutzt der Umwelt. Wer defekte Geräte zu vernünftigen Konditionen reparieren lassen kann, schont die Natur und die eigene Geldbörse“, betont der Minister.

 

Die Initiatorin und Leiterin des Repair Cafés Wernigerode, Jeannette Israel-Schart, ergänzte: „Erfahrungsgemäß sind es bei Haushaltsgeräten oft kleine und günstige Ersatzteile, die ausgetauscht werden müssen. Am häufigsten jedoch handelt es sich um Fehlerstellen, die direkt vor Ort z.B. durch Löten repariert werden können. Wir zeigen den Besuchern durch unsere Initiative, dass sie bei Defekten nicht gleich einen Geräteneukauf in Betracht ziehen müssen, gerade wenn es keine kommerziellen Reparaturmöglichkeiten gibt.“

 

An der diesjährigen Aktionswoche zur Abfallvermeidung beteiligen sich auch Einrichtungen aus Sachsen-Anhalt: So plant etwa der Städtische Abfallwirtschaftsbetrieb Magdeburg erneut eine Rohstoffwoche für Schülerinnen und Schüler. Das Landesamt für Umweltschutz veranstaltet wieder das jährliche Forum des Netzwerks Abfallvermeidung, um Kommunen, Abfallbehörden und öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger zu unterstützen und zu vernetzen.

 

Weitere Anmeldungen von Initiativen aus Sachsen-Anhalt für die Europäische Aktionswoche sind bis zum 15. November online unter https://wochederabfallvermeidung.de/ möglich.